Anna und die Liebe

Im Interview spricht Jeanette über neue Songs und alte Liebe

Jeanette Biedermann im Interview - 2

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Jeanette Biedermann © Bernd Jaworek - SAT.1

Und wie sieht es mit der Tournee aus, die Sie im Frühjahr absagen mussten?

Jeanette Biedermann: Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Ich musste die Tournee ja nicht absagen, sondern habe darauf verzichtet, weil es meinem Vater so schlecht ging und ich bei ihm sein wollte. Er ist gerade seit zwei Wochen aus der Klinik entlassen worden - nach 13 Wochen Krankenhaus! Ich war jeden Tag bei ihm, da habe ich nicht über eine Tournee nachgedacht. Jetzt erst finde ich ein bisschen Ruhe - nach über drei Monaten - und fange an, mich um mich selbst zu kümmern. Ich hatte Angst, dass ich mich verliere, jetzt nehme ich mein Leben wieder auf. 

Wie geht es ihrem Vater?

Jeanette Biedermann: Wieder besser. Das war eine anstrengende und harte Zeit, aber es ist ja zum Glück gut ausgegangen.

Wie gehen Sie damit um? Verarbeiten Sie die Gefühle in ihrer Musik?

Jeanette Biedermann: Ich tue das ja nicht bewusst und sage, jetzt schreibe ich einen Song über den Krebs meines Vaters. Aber natürlich sind das Emotionen, die unbewusst mit einfließen. 

Haben Sie sich persönlich verändert in dieser Zeit?

Jeanette Biedermann: Ja, denn dabei wird klar, was wichtig ist und vor allem, was unwichtig ist. Manchmal ärgert man sich über winzige Kleinigkeiten. Wenn ein geliebter Mensch so krank wird, dann ist das alles egal, es rückt alles in den Hintergrund. Man steht ganz eng beieinander und hat plötzlich eine Kraft, um das durchzuhalten, alles andere verschwindet. Außerdem habe ich mich sofort durchchecken lassen, weil ich seit 15 Jahren nicht beim Arzt war, höchstens vielleicht mal wegen einer Erkältung. Das Bewusstsein hat sich verändert, was man mit seiner Lebenszeit macht und ich habe gespürt, dass das auch ganz schnell vorbei sein kann.

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Jeanette Biedermann © Patrick Hoffmann/WENN.com

Wie hat ihr Freund Jörg Weisselberg reagiert, mit dem sie nach fast zwei Jahren Pause wieder zusammen sind?

Jeanette Biedermann: Das geht schon länger wieder. Wir haben ja nicht die Zeitung angerufen und gesagt, wir sind wieder zusammen. Das ist durchgesickert, irgendjemand konnte seine Schnute nicht halten. Wir reden ungern über das Privatleben, geschweige denn vermarkten oder verkaufen es. Aber es ist jetzt raus, und es ist ja auch was Schönes, aber wir haben das nicht inszeniert. Jörg hat wie ein Fels in der Brandung zu mir gestanden, als es meinem Vater schlecht ging. Er hat sogar Jobs abgesagt, wenn ich schwach war und er war fast immer im Krankenhaus mit dabei. Ich bin sehr glücklich.

Das klingt so gut, dass ich Sie fragen muss, ob Sie ihn bald heiraten wollen.

Jeanette Biedermann: Wir haben ja schon viermal geheiratet und ich war 27 Mal schwanger, wenn es nach den Medien geht. Es ist nur die Frage, wo die ganzen Kinder hin sind.

Und sind Sie schwanger?

Jeanette Biedermann: Ich möchte heiraten und auch Kinder haben, aber nicht heute und nicht morgen. Das Gute ist ja, dass man sich als Frau nicht mehr so drängen lassen und bis 31 alles erledigt haben muss. Ich kann mir also noch einen Moment Zeit lassen. Aber einen Jungen und ein Mädchen bis Mitte 30 - das wäre schon ideal.

Interview Seite 1

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