„Finders keepers, losers weepers – Wer es findet, darf es behalten, wer es verloren hat, ärgert sich“. Diesem Sprichwort widerspricht das deutsche Recht. Finderlohn ist hierzulande durch §971 im BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) geregelt: Jede Fundsache mit einem Wert über 10,- € muss bei einer zuständigen Behörde, beispielsweise einer Polizeistation oder einem städtischen Fundbüro, abgegeben werden. Wer gefundene Gegenstände behält, macht sich der Fundunterschlagung strafbar. Umgekehrt sind die Besitzer der verlorenen Gegenstände bei erfolgreicher Rückvermittlung verpflichtet, dem Finder einen Finderlohn zu zahlen. Fundstücke mit einem Wert von bis zu 500 Euro werden mit 5% des Gegenstand-Wertes belohnt. Bei einem Fundstück im Wert von 400,- € stehen dem Finder folglich 20,-€ zu. Geht der Fundstück-Wert über 500,-€ hinaus, erhält der Finder weitere 3%. Bei gefundenen Tieren ist der Finderlohn auf 3 % festgesetzt. Wurde nach sechs Monaten kein Besitzer ausfindig gemacht, fällt die Fundsache in Besitz des Finders und er darf sie behalten. Fundtiere können bereits nach einer Frist von vier Wochen durch die zuständige Behörde weitervermittelt werden.

Hättest Du es gewusst? Ehrlichkeit zahlt sich aus. Der amerikanische Obdachlose Glen James fand im September 2013 einen Rucksack mit 40.000 US-Dollar. Statt das Geld zu behalten und damit seine eigene Not zu lindern, brachte er das Geld zu dem eigentlichen Besitzer zurück, der sich mit einer Spendenaktion für Glen bedankte. Am Ende kamen für den ehrlichen Finder sagenhafte 147.000,-€ US-Dollar Spenden zusammen.