Das Vortäuschen einer Straftat oder das Aufstellen falscher Verdächtigungen sind Ehrdelikte und somit strafbar. Als Ehrdelikte bezeichnet man Vergehen, die sich gegen den guten Ruf und die Ehre einer Person richten, wie beispielsweise Beleidigung, Verleumdung oder üble Nachrede. 2012 wurden bundesweit 19.327 Personen wegen falscher Verdächtigungen angezeigt, 11.656 Straftaten wurden nachweislich nicht wirklich begangen, sondern nur vorgetäuscht. Die Quote der Falschanschuldigungen bei Vergewaltigungen liegt bundesweit bei 3%. In Deutschland werden pro Jahr rund 8.000 Vergewaltigungen angezeigt. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Dunkelziffer von nicht angezeigten Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffen wesentlich höher ist. 13% der in Deutschland lebenden Frauen haben seit ihrem 16. Lebensjahr schon mindestens einmal strafrechtlich relevante Formen von sexueller Gewalt erlebt, doch nur schätzungsweise 8% dieser Übergriffe werden angezeigt. Viele Frauen schreckt die geringe Verurteilungsquote von Vergewaltigern von einer Anzeige ab: Von 100 angezeigten Vergewaltigungen enden im Schnitt nur 13 mit einer Verurteilung.

Hättest Du es gewusst? Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informiert weibliche Gewaltopfer auf der Webseite www.frauengesundheitsportal.de unter der Rubrik /Gewalt/ zu Hilfsprogrammen, Präventionsmaßnahmen und psychologischen Beratungsstellen.