Wer unerlaubt Nachbars Stromleitungen anzapft, macht sich nach § 248c StGB strafbar und kann mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe belangt werden. Der Tatbestand der unbefugten „Entziehung elektrischer Energie“ - wie es juristisch richtig heißt - ist kein neues Phänomen, sondern wurde bereits im Jahr 1900 dem Strafgesetzbuch hinzugefügt. Unsachgemäße Basteleien oder Manipulationen an elektrischen Anlagen, wie angebohrte Stromzähler, können zudem zu lebensgefährlichen Stromschlägen führen und Kurzschlüsse auslösen, die mit akuter Brandgefahr einhergehen. Auch um solche Gefahren abzuwehren, insbesondere aber um Stromdieben und Betrügern auf die Schliche zu kommen, schicken große Elektrizitäts-Versorger und Stadtwerke vermehrt Stromdetektive auf die Straße.

Hättest du es gewusst? In Großbritannien errechneten Stromversorger, dass jährlich rund 25.000 Stromleitungen außerhalb der häuslichen Zähler angezapft werden. Umgerechnet entsteht dadurch ein Schaden von 240 Millionen Euro. In jedem dritten Fall wurde Strom gestohlen, um die heimische Cannabis-Aufzucht zu unterstützen.