Experten schätzen, dass allein in Deutschland etwa zwei Millionen Menschen an dem Messie-Syndrom leiden. Frauen scheinen etwas häufiger betroffen zu sein als Männer. Der Begriff Messie stammt vom englischen Wort „mess“ ab, was so viel heißt wie Durcheinander. Betroffene horten Dinge, die andere meist als unbrauchbar und unnütz ansehen würden. Nur eine kleine Minderheit der Betroffenen sammelt dabei Abfälle und Essensreste. Die Krankheit tritt quer durch alle Altersstufen und sozialen Schichten auf. Nach außen hin führen Messies meist ein normales Leben und wirken gepflegt. Auch im Beruf sind viele Betroffene erfolgreich. Was dem zwanghaften Sammeln zugrunde liegt, ist noch weitgehend unklar. Häufig wird es mit Bindungsstörungen erklärt, die sich in den ersten Lebensjahren durch mangelnde Zuwendung der Eltern entwickeln. Außerdem haben Messies überproportional oft traumatische Erlebnisse und Schicksalsschläge wie den Tod einer geliebten Person erlebt. Darüber hinaus tritt die Störung familiär gehäuft auf. Das spricht dafür, dass auch die Gene an der Entstehung beteiligt sein könnten.

Hättest du es gewusst? In Bremen endete das Leben eines am Messie-Syndrom erkrankten Rentners besonders tragisch. Entrümpler fanden seine Leiche unter 30 Tonnen Müll, die er im Laufe der Jahre angesammelt hatte.