Schon im alten Ägypten wurde mit Steckbriefen nach entflohenen Sklaven gesucht. Und auch Jesus von Nazareth wurde wohl zur Fahndung ausgeschrieben, immerhin soll ja ein Kopfgeld von 30 Silberlingen für seine Verhaftung gezahlt worden sein. Bis heute nutzt die Polizei Fahndungsplakate, um damit die Bevölkerung in die Suche nach Verbrechern und Flüchtigen einzubeziehen. Haben Opfer oder Zeugen eine unbekannte Person bei der Verübung einer schweren Straftat beobachtet, sind die Mitarbeiter der Einsatzgruppe "Visuelle Fahndungshilfen" gefragt. Diese Experten stehen für die Erstellung der für Fahndungszwecke benötigten Phantombilder zur Verfügung. In Nordrhein-Westfalen gibt es 5 Experten für diese Aufgabe. Als Arbeitsgrundlage dient den Beamten ein Bildbearbeitungsprogramm mit einer Datenbank von rund 4.500 Bildern.

Hättest du es gewusst? Die deutsche Polizei kann nicht willkürlich nach Tatverdächtigen mit öffentlichen Fahndungsaufrufen und Phantombildern suchen. Erst muss ein Haftbefehl oder ein Unterbringungsbefehl, der einen schuldunfähigen Täter in die Psychiatrie einweisen soll, vorliegen. Nur dann können flüchtige Straftäter zur Fahndung ausgeschrieben.