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Am 1. August 1888 wurde in Deutschland die erste Fahrerlaubnis an Automobilpionier Carl Benz ausgestellt. An der Schwelle des 20. Jahrhunderts war das Verkehrsaufkommen in Deutschland jedoch noch so gering, dass kein Bedarf für eine gesetzliche Fahrerlaubnis bestand. Nur einzelne Länder des Deutschen Reiches gingen bereits dazu über, von motorisierten Teilnehmern am Straßenverkehr eine "Prüfung der Fahrbefähigung" zu verlangen. So erließ Preußen 1903 als erstes Land im Reich eine allgemeine "Prüfungspflicht für Wagenlenker". Zwei Jahre später wurde dann eine reichsweite und einheitliche Prüfungspflicht eingeführt, um dem stetig zunehmenden Verkehr Herr zu werden. Der große graue "Führerschein", auch "Lappen" genannt, war geboren. Seitdem hat sich viel verändert. Fuhren im Jahr 1907 auf den Reichsstraßen noch lediglich 10.115 Autos, 557 Lastwagen und 15.954 Motorräder, befinden sich nunmehr 61,5 Millionen Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen und allein im Jahr 2015 wurden laut dem Kraftfahrt-Bundesamt bundesweit 1,64 Millionen theoretische und 1,55 Millionen praktische Fahrerlaubnisprüfungen absolviert.
Hättest du es gewusst? Bis zum Jahre 1958 mussten Frauen ihren gesetzlichen männlichen Vormund um Erlaubnis fragen, wenn sie den Führerschein absolvieren wollten. Diese Regelung wurde mit dem "Gleichberechtigungsgesetz" von 1958 außer Kraft gesetzt.