Über 10 Millionen unter 18-Jährige leben in Deutschland in gut 8 Millionen Familien. 40.200 Kinder und Jugendliche wurden im Jahr 2012 von deutschen Jugendämtern in Obhut genommen. Gegenüber 2007 ist die Zahl der Inobhutnahmen 2012 um 43 % gestiegen.15.700 Kinder und Jugendliche kehrten 2012 nach den Inobhutnahmen wieder zu den Sorgeberechtigten zurück. Für 12.800 Minderjährige (32 %) schloss sich an die Inobhutnahme eine Hilfe zur Erziehung an, in drei von vier Fällen bedeutete das eine Erziehung außerhalb des eigenen Elternhauses, zum Beispiel in einer Pflegefamilie oder in einem Heim. In 5.300 Fällen (13 %) waren sonstige stationäre Hilfen notwendig, beispielsweise in einem Krankenhaus oder der Psychiatrie. Eine Inobhutnahme ist eine Maßnahme der Jugendämter zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, die sich in einer akuten, sie gefährdenden Situation be­finden. Jugendämter nehmen Minderjährige auf deren eigenen Wunsch oder auf Grund von Hinweisen Anderer – beispielsweise der Polizei – in Obhut und bringen sie in einer geeigneten Einrichtung unter.

Hättest du es gewusst? Mit einem Anteil von 43 % war die Überforderung der Eltern beziehungsweise eines Elternteils der häufigste Anlass für die Inobhutnahme eines Minderjährigen. In nur 2.700 Fällen wurde die Inobhutnahmen durch eine Straftat des Minderjährigen ausgelöst.