Erstmals wurde Botox in der Medizin vor 20 Jahren eingesetzt, um mittels Injektionen schielende Augen zu behandeln. Heute lassen sich in Deutschland etwa eine halbe Million Menschen kosmetisch Botox spritzen. Klassisches Anwendungsgebiet sind dabei Falten des oberen Gesichtsdrittels, also auf der Stirn und um die Augen. Nach einer Injektion setzt der Behandlungseffekt nach etwa 48 bis 72 Stunden ein und erreicht gut zehn Tage später seinen Höhepunkt. In der Regel wirkt das Medikament zwischen drei und sechs Monate und kostet ab 250 Euro, je nach Aufwand. Das Alter der Patienten, die sich in Deutschland bei einem Facharzt einer Schönheitsoperation unterziehen, liegt bei 40 Jahren und neun Monaten, dabei nehmen Ärzte fünf von sechs Eingriffen an Frauen vor. Doch kosmetische Eingriffe sind nur einer der Bereiche, in denen das Nervengift zum Einsatz kommt. Es stellte sich beispielsweise heraus, dass der Wirkstoff zudem gegen Migräne, übermäßiges Schwitzen, Blasenschwäche, Spastiken, neurologisch bedingte Bewegungsstörungen, Schlaganfälle, Schiefhals und gegen erhöhte Speichelbildung wirkt.

Hättest du es gewusst? Der Wirkstoff, der eigentlich Botulinumtoxin heißt, ist ein Protein das von Bakterien gebildet wird. Es entsteht in verdorbenen Lebensmitteln, wie zum Beispiel Fleisch- und Wurstprodukten oder unsauber abgefüllte Konserven. Das Gift Botulinumtoxin ist daher auch häufig die Ursache bei Lebensmittelvergiftungen. In zu hohen Mengen kann das Gift zum Tod führen.