Richterin Barbara Salesch

Die wichtigsten Begriffe aus dem Gerichtswesen einfach erklärt.

Gerichtslexikon - P Q R

Richterin-Barbara-Salesch-002
© SAT.1/Stefan Menne

ABC - DEF - GHI - JKL - MNO - PQR - S - TU - VWXYZ

P

Plädoyer

Nach dem Schluss der Beweisaufnahme nehmen die Staatsanwaltschaft und dann die Verteidigung zum Ergebnis der Hauptverhandlung Stellung und stellen ihre Anträge, z. B. auf Verurteilung oder auf Freispruch. Dies nennt man dann die Plädoyers. Die Staatsanwaltschaft fasst das Ergebnis der Verhandlung möglichst objektiv zusammen, bewertet die Beweise aus ihrer Sicht und stellt dann einen konkreten Antrag zum Strafmaß, wenn sie auf Verurteilung plädiert. Die Verteidigung bewertet die Verhandlung mehr im Sinne ihres Mandanten und muss keinen konkreten Antrag zum Strafmass stellen. Staatsanwalt und Verteidiger können auch auf das Plädoyer des anderen erwidern.

R

Rechtskraft

Ein Urteil wird rechtskräftig, wenn die Fristen zur Einlegung eines Rechtsmittels (Berufung oder Revision) abgelaufen sind oder man schon vorher auf Rechtsmittel verzichtet hat. Rechtskraft eines Urteils bedeutet, dass man das Urteil normalerweise nicht mehr angreifen kann und dass die Vollstreckung des Urteils beginnt, also dass man die Geldstrafe bezahlt oder die Freiheitsstrafe verbüßt. Manchmal ergeben sich nach Rechtskraft eines Urteils aber noch Änderungen. Wenn zum Beispiel sich herausstellt, dass eine gefälschte Urkunde vorgelegt worden ist oder ein Zeuge falsch ausgesagt hat. Dann kann ein Wiederaufnahmeverfahren beantragt werden.

Revision, §§ 333 StPO

Die Revision ist das Rechtsmittel gegen die erstinstanzlichen Urteile der Großen Strafkammer beim Landgericht. Diese Revisionen gehen dann zum Bundesgerichtshof. Revisionen gegen die Urteile der Kleinen Strafkammer gehen zu den örtlichen Oberlandesgerichten der einzelnen Bundesländer. Die Revision ist im Gegensatz zur Berufung keine nochmalige Tatsacheninstanz. Es kann nur geprüft werden, ob das Urteil auf einer Gesetzesverletzung beruht, weil eine Rechtsnorm nicht oder nicht richtig angewendet worden ist. Wenn das Revisionsgericht solche Fehler feststellt, zum Beispiel, weil ein Zeuge zu Unrecht vereidigt worden ist, kann es das Urteil aufheben und die Sache an das Landgericht zur erneuten Verhandlung verweisen. Manchmal muss es das auch, wenn zum Beispiel ein unzuständiger Richter an dem Urteil mitgewirkt hat. War rechtlich alles in Ordnung wird die Revision verworfen.

Revisionsfrist § 341 StPO

1 Woche, siehe auch Revision

Robe

Das Gewand des Richters nennt man Robe, dieses Wort kommt aus dem Französischen. Im Mittelalter trugen alle Gelehrten die Tunika (lateinisches Wort für Robe) mit Kragen. Diese Berufskleidung hat also eine lange Tradition.Richter und Anwälte sind auch heute noch verpflichtet, die Robe in der Verhandlung zu tragen. Richterroben und Anwaltsroben sind in Deutschland normalerweise schwarz und unterscheiden sich dadurch, dass der Besatz der Anwaltsrobe aus Seide und der Besatz der Richterrobe aus Samt gearbeitet ist. In Baden-Württemberg können Rechtsanwälte auch aber auch Samtbesatz nehmen, wie unser Verteidiger Rechtsanwalt Höch. Die obersten Gerichte haben Roben in unterschiedlichen Farben. Die Richter am Bundesgerichtshof tragen zum Beispiel rote Roben.

ABC - DEF - GHI - JKL - MNO - PQR - S - TU - VWXYZ

Für die hier dargebotenen Informationen wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben.

Fan werden

Advopedia