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Faisal Kawusi: Alle Infos zum Promi

  • Name: Faisal Kawusi 
  • Geburtstag: 27. Juli 1991 
  • Sternzeichen: Löwe 
  • Beruf: Comedian 
  • Station in "Die Herzblut-Aufgabe": Geriatrie/Onkologie 
  • Instagram: @faisal.kawusi

In der Geriatrie begleitet Faisal Kawusi seine Mentorin Luise auf Station und unterstützt sie bei ihren anspruchsvollen Aufgaben. Mit seiner humorvollen Art zaubert er den Patient:innen ein Lächeln ins Gesicht, erlebt aber auch emotionale und schwierige Momente. Die langjährige Krankenschwester Luise steht ihm dabei mit Rat und Tat zur Seite, fordert ihm aber auch viel ab. Hier geht's zum Interview mit der 59-Jährigen.

Im Anschluss an seine Zeit in der Geriatrie wartet eine weitere Herausforderung auf Faisal: In der Onkologie will er das Erlernte unter Beweis stellen. Als Mentor steht ihm dort der 34-jährige Gesundheits- und Krankenpfleger Aron zur Seite.

Im Clip: Der Pflege-Crashkurs: Wie schneiden die Promis in der Prüfung ab?

Interview mit Faisal Kawusi

In "Die Herzblut-Aufgabe" packen Sie vier Wochen lang als Pfleger im Krankenhaus an. Was hast du erwartet? Und was hast du dann erlebt?

Faisal Kawusi: "Ich habe damit gerechnet, dass es sehr heftig, sehr schwierig und auch sehr anstrengend für mich werden würde. So war es dann auch – sowohl körperlich als auch seelisch. Trotzdem muss ich sagen, dass ich das Erlebte doch nicht so nahe an mich herangelassen habe, wie ich ursprünglich vermutet hatte. Ich hatte gedacht, dass es mich emotional viel mehr mitnehmen würde. Da habe ich mich als abgezockter entpuppt, als ich es mir selbst zugetraut hätte und somit fiel es mir auch leichter, den Job anzugehen und zu machen."

Wie sah dein typischer Arbeitsalltag im Krankenhaus aus? Auf welchen Stationen hast du gearbeitet?

Faisal: "Da ich auf zwei verschiedenen Stationen war, gab es für mich auch zwei verschiedene Arbeitsalltage im Krankenhaus. Zuerst war ich in der Geriatrie bei den älteren Herrschaften. Dort bedarf es viel Pflegearbeit: Man kommt morgens ins Krankenhaus und dann steht erstmal die komplette Körperpflege der Patienten an. Da muss man richtig anpacken und kommt auch gut ins Schwitzen. Man muss sich das so vorstellen, dass wir uns da um Patienten gekümmert haben, die nicht mehr alleine aufstehen können. Denen muss man dann helfen, zum Wasserbecken zu kommen und sich um die Pflege so kümmern, wie es der jeweilige Patient benötigt. Unter anderem stand bspw. auf der Tagesordnung, die Vitalwerte zu checken, sich um Wehwehchen zu kümmern und generell immer ein wachsames Auge zu haben, um bei Bedarf direkt eingreifen zu können.

Nach der Geriatrie war ich in der Onkologie, also der Station, auf der vor allem Tumore behandelt werden. Dort gab es sehr viel weniger Patienten, dafür war das Thema deutlich ernster. Es konnte jederzeit alles passieren, daher gab es keinen Alltag in dem Sinne. Hier war auf jeden Fall eine noch höhere Konzentration gefragt, somit war es geistig eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, wenn auch körperlich nicht ganz so anstrengend wie in der Geriatrie."

Was war das Spezifische an den beiden Stationen?

Faisal: "Die Onkologie ist die Krebsstation, auf der die unterschiedlichsten Arten von Krebserkrankungen behandelt werden. Dort kann, wie gesagt, jederzeit alles passieren. Patienten können schlecht auf die Chemo reagieren, zum Beispiel mit Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und generell Schmerzen, Schmerzen, Schmerzen. Die Menschen, die in der Chemo sind, machen echt schlimme Sachen durch. Auf der Station gibt es auch Stammzellentransplantationen, bei denen jederzeit etwas passieren kann.

In der Geriatrie zum Vergleich haben die Herrschaften ihre Beschwerden, weil sie nun mal ein gewisses Alter erreicht haben, in dem ihre Körper langsam – in Anführungszeichen – „ausgedient“ haben. Da kümmert man sich natürlich drum, aber in der Onkologie passieren die krassen Sachen. Um mal ein kurzes Beispiel zur Stammzellentransplantation aufzuzeigen: Wenn Stammzellen transplantiert werden und der Körper des Patienten auf die fremden Stammzellen reagiert, diese Zellen also abstößt oder sich dagegen wehr, dann können die heftigsten Sachen passieren. Bei einem Patienten, das wird im TV auch zu Recht nicht gezeigt, war die ganze Haut wie verbrannt, weil sich sein Körper in der Abwehrreaktion gegen die eigene Haut gewandt hat. Sowas ist sehr, sehr schwer mitzuerleben und zu verarbeiten."

Dir stehen zwei Mentor:innen zur Seite. Welche Aufgabe hatten sie?

Faisal: "Meine Mentorin Luise in der Geriatrie ist vom alten Eisen, ein echter Haudegen. Mit 42 Jahren im Job ist die Dame an Erfahrung nicht zu schlagen. Luise ist eine ganz, ganz tolle Frau, mit der ich zusammenarbeiten durfte, von der ich sehr viel gelernt habe, die sehr Oldschool ist und die unfassbar viel weiß. In der Onkologie war Aron mein Mentor. Unterschiedlicher könnten die beiden nicht sein: sie eine ältere Dame, er ein junger Kerl von 34 Jahren, physisch mir sehr ähnlich, groß, stämmig und tätowiert. Was uns alle drei vereint hat, war unser Humor. Das hat die Zeit im Krankenhaus deutlich angenehmer gemacht."

Als Comedian unterhältst du tagtäglich Menschen und bringst sie zum Lachen. Inwiefern hat dir der Humor bei der Bewältigung des Pflegealltags geholfen?

Faisal: "Humor ist etwas, was meine Mentoren und mich verbunden hat, aber auch etwas, was im ganzen Krankenhaus allgegenwärtig ist. Man erlebt viele heftige Sachen, die emotional schwer zu verarbeiten sind und durch Humor schafft man es zum einen, dem Erlebten die Schwere zu nehmen und zum anderen behält man eine gewisse Distanz und lässt die Dinge nicht so nah an sich heran. Ansonsten würde man emotional kaputt gehen. Insofern ist Humor etwas, was nicht nur mir geholfen hat, sondern allen Pflegekräften und Ärzten hilft, die mit kranken Menschen arbeiten."

Was waren für Sie einschneidende oder emotionale Momente bei Ihrer Arbeit in der Klinik?

Faisal: "Der für mich einschneidendste Moment war, als ich in das Zimmer einer Krebspatientin kam. Es ist sehr schwer zu beschreiben, was für eine Energie in dem Raum herrschte, aber man spürt die Anwesenheit des Todes. Man spürt einfach, dass der Tod schon seine Hände um den Hals gelegt hat und nur noch darauf wartet, zuzudrücken. Das ist eine ganz, ganz schwierige Situation. Da hat mir mein Kopf einen Streich gespielt und für einen sehr kurzen Moment habe ich anstatt der Patientin meine Mutter auf dem Bett gesehen. Das hat mich innerlich total aus der Fassung gerissen, auch wenn ich nach außen hin meine Fassung wahren konnte."

Was gibst du nach den Dreharbeiten Menschen mit auf den Weg, die Pfleger:in werden wollen?

Faisal: "Jedem Menschen, der den Pflegeberuf ausüben will, gebe ich mit, dass es auf jeden Fall eine richtige und wertvolle Entscheidung für unsere gesamte Gesellschaft ist. Dass sie niemals das Herz bei der Sache verlieren sollten und nicht vergessen dürfen, dass sie zwar nicht immer die verdiente Wertschätzung erhalten, aber dass es draußen Menschen wie mich gibt, die dafür kämpfen, dass sie die Wertschätzung bekommen, die sie verdienen. Man muss sich schon mit dem Herzen für diesen Beruf entscheiden. Aus rein finanzieller Motivation sollte man das nicht tun, denn damit ist niemandem geholfen. Da müssen Leute ran, die die entsprechende soziale Intelligenz mitbringen."

Was nimmst du selbst aus deiner Zeit als Pfleger mit?

Faisal: "Man lernt vor allem, die Ruhe zu bewahren, Symptome zu erkennen und zu wissen, was im Fall der Fälle zu tun ist. Wenn jetzt zum Beispiel in meinem privaten Umfeld ein Notfall eintreten würde, kann ich die Erste Hilfe so leisten, dass derjenige bestmöglich an die Rettungskräfte übergeben werden kann und dann dort in bester Obhut ist.

Über das Fachliche hinaus lernt man aber auch unfassbar viel über den Umgang mit Menschen, insbesondere mit Menschen, denen es nicht gut geht. Diesen Menschen ein wohliges Gefühl zu geben und für sie da zu sein, ist ein wichtiger Teil des Pflegeberufes. Das sind schon sehr wertvolle Kompetenzen in sozialer und emotionaler Hinsicht, die man im Krankenhaus lernt als Pfleger. Wobei ich hier auch nochmal ganz deutlich sagen muss: Ich war kein Pfleger, sondern Pflegepraktikant. Ich war genauso nützlich wie der Türstopper."

Was ist für dich das Besondere an der "Herzblut-Aufgabe"?

Faisal: "Das Besondere an der ‚Herzblut-Aufgabe‘ ist, dass wir für einen Beruf, der leider nicht die Wertschätzung erhält, die er verdient, kämpfen und aufzeigen, warum er diese Wertschätzung verdient. Es geht nicht nur darum, das zu sagen und die Menschen aufzufordern, Wertschätzung zu zeigen, sondern sie wirklich an unserer eigenen Haut und Erfahrung teilhaben zu lassen und zu zeigen, warum dieser Beruf Wertschätzung verdient.

Dann freue ich mich auch darauf, wenn es in Zukunft mit anderen Projekten weitergeht und auch andere Berufe, die nicht die angemessene Wertschätzung erhalten, unterstützt werden. Da muss man bspw. auch an das KiTa-Personal denken, welches viel zu oft außer Acht gelassen wird. Diese Menschen haben unseren Applaus genauso verdient wie unsere Pflegekräfte. Zusammenfassend ist ‚Herzblut‘ auf jeden Fall das richtige Stichwort."

"Die Herzblut-Aufgabe – Promis in der Pflege", fünf Folgen, ab 18. Oktober, montags um 20:15 Uhr in SAT.1 und auf Joyn.