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Patrick Lindner: Alle Infos zum Promi

  • Name: Patrick Lindner 
  • Geburtstag: 27. September 1960 
  • Sternzeichen: Waage 
  • Beruf: Sänger 
  • Station in "Die Herzblut-Aufgabe": HNO/Adipositas 
  • Instagram: @patrick_lindner

Patrick Lindner begleitet für die Reportagereihe "Herzblut-Aufgabe - Promis in der Pflege" vier Wochen lang die Krankenpflegerin Nadja auf der Station für HNO und Adipositas. Hier erfährst du mehr über Patricks Mentorin.

Im Clip: Überwältigende Emotionen: Eine prägende Zeit in der Pflege

Interview mit Patrick Lindner

In "Die Herzblut-Aufgabe" packst du vier Wochen lang als Pfleger im Krankenhaus an. Was hast erwartet? Und was hast du dann erlebt?

Patrick Lindner: "Ich war mir anfangs nicht sicher, ob ich es mental schaffen würde, vier Wochen lang als Pfleger zu arbeiten. Dazu muss ich sagen, dass ich mich schon immer lieber vor Besuchen im Krankenhaus gedrückt habe, ich hatte regelrecht Angst davor. Deshalb war ‚Die Herzblut-Aufgabe‘ für mich eine enorm große Herausforderung. Im Krankenhaus habe ich dann gemerkt, dass ich plötzlich viele Dinge doch konnte, die ich vorher nie für möglich gehalten hatte – einfach, weil in dem Moment Leute auf mich und meine Hilfe angewiesen waren. Und mich macht es schon stolz, dass ich da nicht gekniffen, sondern mit angepackt und geholfen habe. Gegen Ende meines Praktikums ging das alles sogar schon ganz automatisch und ohne, dass ich da großartig drüber nachdenken musste. Allein deshalb hat mir die Zeit auf Station wahnsinnig viel gebracht: Ich habe endlich meine Angst und Ablehnung gegenüber Krankenhäusern verloren!"

Wie sah dein typischer Arbeitsalltag im Krankenhaus aus?

Patrick: "Meine Mentorin und ich haben den regulären Dienst immer gemeinsam angetreten, auch dann, wenn die Kameras aus waren. Die Schicht hat jeden Morgen um 6 Uhr begonnen – und das ist ja mal so gar nicht meine Uhrzeit! (lacht) Los ging es immer mit dem Messen der verschiedenen Werte. Anschließend haben wir uns daran gemacht, die Kanülen zu säubern, die Patienten zu versorgen, die Betten zu beziehen und zwischendurch mal einen Patienten in den OP zu bringen. Dank einer fabelhaften Einweisung durch das Klinikpersonal konnte ich einige Aufgaben schon nach kurzer Zeit sehr routiniert ausführen."

Auf welcher Station hast du gearbeitet und was war das Spezifische daran?

Patrick: "In den ersten Wochen war ich auf der HNO tätig, später noch zusätzlich auf der Adipositas-Station. Auf der HNO waren sehr viele Patienten mit Trachealkanülen, das ist ein Kunststoffschlauch, der durch einen Luftröhrenschnitt eingesetzt wird. Für viele Patienten ist das eine sehr unangenehme Prozedur, auch weil sie danach oft das Schlucken, Sprechen etc. wieder neu lernen müssen. Wichtig ist bei diesen Kanülen vor allem die Hygiene – sie mussten immer wieder gesäubert und gespült werden, was ich häufig übernommen habe."

Dir steht eine Mentorin zur Seite. Welche Aufgabe hatte sie?

Patrick: "Meine Mentorin Nadja hatte zunächst vor allem die Aufgabe, meine Handgriffe zu überwachen. Aber schon nach kurzer Zeit konnte ich sie bei ihrer Arbeit richtig unterstützen und wir haben Hand in Hand gearbeitet. Mit Nadja hatte ich eine super Mentorin, die ihren Beruf mit absoluter Leidenschaft ausübt und trotz ihres jungen Alters von 24 Jahren schon eine Menge Erfahrung als Pflegerin hat und mir viel beibringen konnte. Da muss ich immer noch sagen: Danke, Danke, Danke Nadja und meinen allergrößten Respekt!"

Was waren für dich einschneidende oder emotionale Momente bei deiner Arbeit in der Klinik?

Patrick: "Ich hatte immer ein sehr flaues Gefühl, wenn ich die Patienten in den OP gefahren habe. Emotional war ich da immer sehr eingebunden und habe in vielen Situationen einfach mitgefühlt, mitgelitten und auch gehofft. Das Schöne war aber, dass ich immer das Gefühl hatte, nochmals mit einem Händehalten oder einem Gespräch den Patienten ein wenig die Angst vor der anstehenden Operation zu nehmen."

Welche Erfahrungen aus dem Pflegebereich bringst du mit?

Patrick: "Meine Mutter war in einer Pflegeeinrichtung, dort habe ich damals ein bisschen was vom Pflegealltag mitbekommen. Das war’s dann aber auch schon. Um Krankenhäuser habe ich bisher immer einen großen Bogen gemacht, daher bringe ich ansonsten keine Erfahrungen aus dem Pflegebereich mit."

Was gibst du nach den Dreharbeiten Menschen mit auf den Weg, die Pfleger:in werden wollen?

Patrick: "Ich fände es zum Beispiel gut, wenn jeder nach dem Schulabschluss für drei bis sechs Monate in einer sozialen Einrichtung die Pflege hautnah miterleben könnte. Zum einen würde das dem gesamten Gesundheitswesen helfen und zum anderen könnten so auch mehr junge Leute für diesen großartigen Beruf begeistert werden. Ich habe sehr großen Respekt vor dem Pflegeberuf, natürlich nach dieser persönlichen Erfahrung noch mehr. Dieser Beruf ist oft hart, aber er gibt einem auch so unendlich viel zurück. Für mich war es immer wieder ein tolles und zufriedenstellendes Gefühl, für Menschen da sein zu können und ihnen zu helfen. Das sollte jeder einmal erleben dürfen."

Was nimmst du selbst aus deiner Zeit als Pfleger mit?

Patrick: "Ich würde sagen, dass ich Pfleger und Pflegerinnen schon immer respektiert habe, aber nachdem ich den Pflegealltag nun am eigenen Leib erfahren habe, sind mein Respekt und mein Verständnis gegenüber dem Beruf noch einmal deutlich gewachsen. Ich denke auch, dass man als Pflegekraft viel besser entlohnt werden müsste. Der Job ist hart und die Menschen dort leisten so viel – und doch haben einige von ihnen Schwierigkeiten, ihre Familien zu ernähren. Das sehe ich für alle Parteien als wichtigstes Thema an. Zudem möchte ich ein großes Dankeschön an alle Kolleginnen und Kollegen der Klinik richten: Es war eine tolle Zeit und eine großartige Zusammenarbeit!"

Was ist für dich das Besondere an der "Herzblut-Aufgabe"?

Patrick: "Das Besondere an der ‚Herzblut-Aufgabe‘ war für mich, dass ich die Gelegenheit hatte, so tief in diesen Beruf einzutauchen, wie ich es vorher noch nie erlebt hatte. Die Arbeiten direkt am Patienten waren für mich sehr lehrreich, interessant und aufschlussreich. Der Job einer Pflegekraft ist nie eintönig, man hat mit Menschen zu tun, kann für sie da sein und helfen. Mein Praktikum auf Station war für mich auf so vielen Ebenen wahnsinnig bereichernd."

"Die Herzblut-Aufgabe – Promis in der Pflege", fünf Folgen, ab 18. Oktober, montags um 20:15 Uhr in SAT.1 und auf Joyn.