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Wayne Carpendale: Alle Infos zum Promi

  • Name: Wayne Carpendale
  • Geburtstag: 23. März 1977
  • Sternzeichen: Widder
  • Beruf: Schauspieler und Moderator
  • Station in "Die Herzblut-Aufgabe": Unfallchirurgie 
  • Instagram: @wayne_interessiert_s

Wayne Carpendale arbeitet für die Reportagereihe "Die Herzblut-Aufgabe - Promis in der Pflege" vier Wochen in der Unfallchirurgie. Dort begleitet er die Krankenpflegerin Vanessa und unterstützt sie bei ihren anspruchsvollen Aufgaben. Du möchtest mehr über die examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin erfahren? Im Interview verrät dir Vanessa, wie sich Wayne in der Unfallchirurgie schlägt.

Im Clip: "Das Krasseste, was ich in meinem Leben gesehen habe"

Interview mit Wayne Carpendale

In "Die Herzblut-Aufgabe" packst du vier Wochen lang als Pfleger im Krankenhaus an. Was hast du erwartet? Und was hast du dann erlebt?

Wayne Carpendale: "Ich hatte tatsächlich die naive Hoffnung, dass ich, trotz ständiger Begleitung von der TV-Kamera und allem Drumherum, was so eine TV-Produktion mit sich bringt, einen echten, ungefilterten Einblick in den Krankenhausalltag bekomme – ein richtiges Praktikum halt. Rausgekommen ist am Ende sogar viel mehr. Ich durfte mit und ohne Kamera an die Patienten ran und wirklich viel machen, war bei einer Hüft-OP dabei und saß schon am zweiten Tag in der Mittagspause zwischen den Pflegern, als sei es das Normalste auf der Welt."

Wie sah dein typischer Arbeitsalltag im Krankenhaus aus?

Wayne: "Typisch gibt’s im Krankenhaus nicht, planbar ist nichts, woran sich vor allem wir Fernsehmacher erstmal gewöhnen mussten (lacht). Natürlich waren die achtstündigen Schichten fest eingeteilt, aber manchmal ging es um 6:00 Uhr los, manchmal erst um 22:00 Uhr. Und während es natürlich regelmäßige Abläufe gab, wie morgens erst Waschen, Vitalfunktionen messen und Medikamente verteilen, Wundversorgung und Verbandswechsel und dann Entlassungen fertigmachen, wurden diese festen Abläufe immer wieder von Notfällen unterbrochen. Oder Patienten mussten spontan in den OP gefahren oder im Aufwachraum abgeholt werden. Oder, oder, oder. Der Alltag im Krankenhaus ist mega abwechslungsreich. Das macht den Pflegeberuf so aufregend, aber ohne Zweifel zerrt das natürlich auch."

Auf welcher Station hast du gearbeitet und was war das Spezifische daran?

Wayne: "Ich war auf der Unfallchirurgie eingeteilt und hätte mir keinen besseren Ort aussuchen können. Weil ich kein besonders geduldiger Mensch bin, mag ich Medizin, bei der man schnell Veränderungen sieht – im günstigsten Fall eine schnelle Verbesserung für den Patienten, aber natürlich manchmal auch eine Verschlechterung, die zeigt, dass man noch nicht auf dem richtigen Weg ist. Auf der Unfallchirurgie passiert genau das. Menschen haben einen schweren Unfall mit dem Motorrad oder der Kreissäge, sie fallen von der Leiter oder vom Fahrrad. Sie werden aus ihrem Alltag gerissen und liegen plötzlich körperlich und seelisch angeschlagen auf unserer Station. Da spielen sich echte Dramen ab. Und schöner Weise haben die meisten dieser Dramen ein Happy End. Bei fast allen Patienten kann man beobachten, wie sich ihr körperlicher und mentaler Zustand von Tag zu Tag verbessert. Und wenn man dann auch noch seinen kleinen Teil dazu beisteuern kann, dann ist das natürlich eine sehr dankbare und wertvolle - oder wie man seit letztem Jahr sagen würde – systemrelevante Aufgabe."

Dir steht eine Mentorin zur Seite. Welche Aufgabe hatte sie?

Wayne: "Na aufzupassen, dass ich keinen Mist baue (lacht). Nein, meine Mentorin Vanessa hat mich Gott sei Dank nicht verschont. Ich durfte wirklich alles machen, was rechtlich und medizinisch vertretbar war. Angefangen natürlich von den Vitalfunktionen, die ich nachts oft alleine bei den frischen OP-Patienten gemessen habe, über Verbandswechsel mit Wundversorgung, bis hin zu Kanülen und Drainagen ziehen."

Was waren für dich einschneidende oder emotionale Momente bei deiner Arbeit in der Klinik?

Wayne: "An die Hüft-OP werde ich mich mein Leben lang erinnern. Leider ging es der Patientin dann nachmittags nicht so gut. Als ich alleine bei ihr im Zimmer war, hatte sie einen Kreislaufkollaps und ich war plötzlich mitten im Notfall. Eine Patientin hatte ausgerechnet beim Motorradsicherheitstraining einen schweren Unfall und eine andere musste ihr frischgeborenes Baby mit auf Station nehmen. Jeder Tag war aufregend, voller Schicksalsschläge aber auch immer voller Glücksmomente."

Als "Dr. Bergmann" warst du vier Jahre lang "Der Landarzt" im ZDF (2009-2013). Welche Erfahrungen aus dieser Zeit konntes du für "Die Herzblut-Aufgabe" nutzen?

Wayne: "Ein Patient meinte zu mir: ‚Vom Landarzt zum Pfleger … wie konnte es so weit kommen?‘ Daraufhin ich: ‚Ich sehe das eher als Beförderung.‘ Bei Arztserien stehen die emotionalen Geschichten im Vordergrund. Wir zeigen oft den empathischen Arzt, den sich jeder Zuschauer so sehr für sich selbst wünscht. Die Realität muss da oft hinten anstehen. Oder haben Sie mal eine Arztserie oder einen Tatort gesehen, wo die Ärzte und Kommissare stundenlang mit bürokratischem Papierkram beschäftigt sind? Zum Glück wohl eher nicht.

Medizinisch interessiert war ich aber immer schon. Deswegen habe ich so gern den Landarzt gespielt und mindestens genauso gern diese vier Wochen auf der Station im Krankenhaus verbracht."

Welche Erfahrungen aus dem Pflegebereich bringst du außerdem mit?

Wayne: "Dass in erste Linie nicht der Beruf an sich, die Patienten, die Krankenhäuser, das Gesundheitssystem es den Pflegern so schwer machen, sondern vor allem die Gesellschaft und die Infrastruktur. Pfleger wünschen sich ein bisschen mehr Anerkennung für das, was sie leisten. Kein Tätscheln auf den Rücken, sondern echte, greifbare Anerkennung. Die Anfahrtswege zum Job sind aufgrund der teuren Wohnsituation in den Großstädten zu weit, bei der Kinderbetreuung werden sie oft im Stich gelassen, obwohl die zeitlich flexiblen Schichten besonders anspruchsvoll sind und, und, und. Letztes Jahr im März/April war die Anerkennung kurz da, Verbesserungen wurden großmündig versprochen, aber getan hat sich seitdem wenig."

Was gibst du nach den Dreharbeiten Menschen mit auf den Weg, die Pfleger:in werden wollen?

Wayne: "Dass das wirklich ein toller, abwechslungsreicher Beruf ist, nah am Menschen dran und mit ganz großer Relevanz für die Gesellschaft. Natürlich sind die Arbeitszeiten – mal tagsüber, mal nachts – nicht ohne, aber viele Menschen mögen das ja.

Außerdem kann man als Pflegerin oder Pfleger auch mal die Station wechseln oder sogar das Krankenhaus, denn momentan sind alle auf der Suche nach gutem Pflegepersonal.

Und es ist vor allem ein toller zweiter Bildungsweg, den man auch mit Mitte 50 noch locker angehen kann, wenn man Lust auf Veränderung hat."

Was nimmst du selbst aus deiner Zeit als Pfleger mit?

Wayne: "Viel medizinisches Fachwissen, das ich wahrscheinlich nie mehr brauchen werde – zum Beispiel, wie man eine Drainage zieht. Aber auch viele hochemotionale Geschichten, die ich dort erlebt und erfahren habe, die Dich doch über die ein oder andere bisherige Sichtweise nachdenken lassen. Und natürlich hab ich gerade auf der Unfallchirurgie gesehen, wie schnell sich das Leben von einer Sekunde auf die nächste ändern kann."

Was ist für dich das Besondere an der "Herzblut-Aufgabe"?

Wayne: "Das Projekt war ein echtes Erlebnis! Für alle vor der Kamera und auch für alle dahinter. Für uns ‚Praktikanten‘, aber auch für das komplette Klinikpersonal und natürlich auch die Patienten. Ich glaube, wir haben da alle viel mitgenommen und bin mir sicher, dass sich das auch in den Folgen auf die Zuschauer übertragen wird. Würde man mir wieder so ein aufregendes, lebensnahes Praktikum anbieten, ich wär ich auf jeden Fall sofort dabei – ob mit oder ohne Kamera."

"Die Herzblut-Aufgabe – Promis in der Pflege", fünf Folgen, ab 18. Oktober, montags um 20:15 Uhr in SAT.1 und auf Joyn.