Auf der einen Seite tun Eltern alles, damit ihre Kinder verantwortungsbewusst und selbstständig werden. Auf der anderen Seite werden die Kinder viel zu schnell erwachsen. Und wenn der Zeitpunkt eintrifft, dass sie ausziehen, fällt es vielen unglaublich schwer loszulassen. Oft geraten Eltern dadurch in eine Sinnkrise und trauern. Psychologen sprechen hierbei von dem sogenannten Empty-Nest-Syndrom.

Der Begriff beschreibt sämtliche Gefühle, die Eltern kurz nach dem Auszug empfinden. Von Trauer, Verlassenheit, Einsamkeit bis hin zum Schmerz. Zwar haben viele in der Pubertät ihrer Kinder den Tag förmlich herbeigesehnt, dass Zuhause endlich Ruhe einkehrt - doch trotzdem sind viele Eltern auf den Moment nicht gut vorbereitet.

Oft belastet es die Mütter mehr als die Väter. Männer reagieren meist rationaler und konzentrieren sich zum Beispiel auf die Renovierung vom Haus und suchen Ablenkung im Job. Frauen sind gefühlsmäßig enger an ihre Kinder gebunden, da sie zum Großteil mehr Zeit mit den Kindern verbringen.

Wenn das Kind auszieht, beginnt für die Eltern ein neuer Lebensabschnitt! Man muss sich von alten Gewohnheiten und Ritualen verabschieden

Wie kann ich das Empty-Nest-Syndrom überwinden?

Das Wichtigste ist, dass man die Gefühle zulässt und sie nicht verdrängt. In Ruhe trauern und mit anderen darüber zu sprechen, hilft am allermeisten. Es ist vollkommen in Ordnung, wenn ihr die Kinderzimmer beibehalten wollt. Gleichzeitig ist es auch normal, den Raum für andere Dinge zu nutzen. Regelmäßige Telefonate mit den Kindern kann die gefühlte Leere reduzieren. Außerdem ist es hilfreich, sich neue Routinen und Hobbys zu suchen. Endlich habt ihr Zeit, euch mal nur um eure Interessen zu kümmern. Und schneller als ihr denkt, habt ihr euch an die neue Lebenssituation gewöhnt!

Aber Achtung – wer es nicht schafft, sich aus dieser emotionalen Krise zu befreien, sollte sich unbedingt geeignete therapeutische Hilfe suchen.