Eine neue Verhütungs-Studie hat erschreckende Zahlen hervorgebracht.

Eigentlich ist es für die meisten von uns normal, jeden Monat eine gewisse Summe für Verhütungsmittel wie Kondome oder die Pille auszugeben. Wer das Geld nicht so einfach übrig hat, ist oft schneller als gedacht in der Lage, über eine Abtreibung nachdenken zu müssen.

Armut sorgt für mehr ungewollte Schwangerschaften

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Hartz-IV-Empfängerinnen dreimal so häufig abtreiben wie gutverdienende Frauen. Die betroffenen Frauen werden auch doppelt so oft schwanger. Aufgrund fehlender finanzieller Mittel können sie sich keine Pille, Spirale und Co. leisten, werden unbeabsichtigt schwanger und entscheiden sich wegen der zusätzlichen finanziellen Belastung dann oft gegen das Kind.

Für Frauen, die weniger als 1179 Euro netto im Monat zur Verfügung haben, ist eine Abtreibung kostenlos.

Die erschreckenden Ergebnisse lassen sich vor allem mit fehlenden finanziellen Mitteln erklären. Dass Verhütung bei Frauen mit niedrigem Einkommen keine Rolle spielt, stimmt hingegen nicht.

Zum Beispiel wollte sich eine Studienteilnehmerin, die Hartz IV bezieht, eine Spirale einsetzen lassen. Doch vier bis sechshundert Euro waren für sie einfach zu teuer.

Im Hartz-IV-Satz sind für Frauen und Männer gerade mal 15,80 Euro für Gesundheitspflege einberechnet.

“Die Pille ist teuer. Wenn du überlegst, ein halbes Jahr 60 Euro kann sich auch nicht jeder leisten”, erklärt eine weitere Teilnehmerin.

Mittlerweile sind in vielen Großstädten Verhütungsmittelfonds eingerichtet, wo Bedürftige eine Kostenübernahme für Pille und Co. beantragen können.

Doch leider wissen die wenigsten Hartz-IV-Empfängerinnen über dieses Angebot Bescheid. Außerdem ist der Weg zu Kostenübernahme meist noch ziemlich steinig.