Habt ihr oder eine Freundin das vielleicht schon mal erlebt? Ihr trefft einen Typen ein paar Mal und schwupps, lädt er euch auf einen Kurztrip ein? Wer da direkt mitfährt, hat schon beim Holidating mitgemacht.

 

Der Trend beschreibt genau das: Zwei Menschen, die sich erst seit kurzer zeit daten, fahren direkt gemeinsam in den Urlaub. Wie lernt man sich schließlich besser kennen, als wenn man 24 Stunden am Tag aufeinander hockt? Aber ist das wirklich eine gute Idee?

 

Experten warnen, dass Reisen mit einem Fremden risikoreich ist: Schließlich kann man sich der Situation schlecht entziehen, wenn es mal nicht so gut läuft. Andererseits bietet es die Möglichkeit, den anderen in verschiedenen Kulturen und besonderen Situationen zu erleben – was Rückschlüsse auf die Persönlichkeit zulässt. Wo offenbart sich ein Charakter besser als kurz vor Gateschluss an der nicht vorangehenden Sicherheitskontrolle? Die krasse Intimität bietet eine gute Chance, sich kennenzulernen und einen Eindruck zu erhalten, den man sonst nie bekommen hätte.

 

Also fix die Koffer gepackt und mit dem neuen Schwarm in den Flieger gehüpft? Problematisch kann daran das Prinzip der rosaroten Brille werden. Forscher der Stony Brook University fanden in einer Studie heraus, dass jemand Fremden attraktiver findet, wenn man ihn in einer prekären Situation trifft, als wenn man derselben Person an einem neutralen Ort treffen begegnet. 

 

Heißt: Die ganze Urlaubs-Aufregung und das Adrenalin der Reise kann uns ein Holidate viel anziehender erscheinen lassen, als es im ganz normalen Leben der Fall wäre.

Eine weitere US-Studie der McKendree University fand zudem heraus, dass der positive Stress der fremden Urlaubs-Umgebung den Adrenalinspiegel nach oben schnellen lässt – auch das sorgt dafür, dass wir den anderen gleich umso heißer finden, als in der Bar um die Ecke. Die schöne, fremde Umgebung und die aufregende Erfahrung blendet uns ganz schlicht und ergreifend.

 

Also: Wer auf den Kurztrip mit neuer Liebe nicht verzichten will, sollte sich zumindest während der Reise auch mal Zeit für sich nehmen. Ein Solo-Spaziergang am Strand oder auch nur ein Kaffee allein in der Bar um die Ecke bietet Gelegenheit zur Reflektion, um in Ruhe die Gedanken zu ordnen – ohne den anderen dabei direkt vor der Nase zu haben.

 

Ansonsten lohnt sich vielleicht erstmal die klassische Herangehensweise, also ganz entspannt am Heimatort daten und kennenlernen. Nur Geduld: Wenn es passt, kommt auch der erste gemeinsame Urlaub ganz bestimmt.