Eine OP ist wohl für die meisten keine schöne Vorstellung – im besten Fall merkt man nicht viel und dann ist alles auch schon wieder vorbei. Am wenigsten denken wir wohl daran, selbst für die musiklaische Untermalung zu sorgen. Genau das ist aber in Österreich passiert. Bei der Patientin handelt sich um die Russin Sofia Pinaeva, welche im Universitätsklinikum Graz ihr Talent an der Querflöte zum Besten gab - und das während ihrer eigenen OP. Unter anderen spielte sie Stücke von Johann Sebastian Bach und Sergei Sergejewitsch Prokofjew, wie die Ärzte bei einer Pressekonferenz bekannt gaben. Für diese war das private Konzert eine Premiere und traf zunächst auf viele Bedenken. Denn einige Mediziner vermuteten, dass durch das Spielen des Blasinstrumentes der Druck auf das Gehirn zu groß werden könnte. Aus diesem Grund gab es einen Plan B: Zusätzlich lag noch eine Blockflöte bereit.

Patientin spielt Querflöte während ihrere OP

Bei dieser OP handelte es sich um eine Wach-Op. Die einzige Möglichkeit, so viel Tumor wie möglich zu entfernen und dabei keine Hirnfunktionen des Patienten zu opfern. Das alles hört sich natürlich sehr unheimlich an, denn wer will bei einer Op schon wach sein! Bei einem solchen Eingriff wird der Patient während der Operation für bis zu zwei Stunden aus der Vollnarkose geweckt. Dabei soll getestet werden, wie der Operierte auf elektrische Impulse reagiert. Im Falle der Musikerin war es besonders wichtig, dass die Ärzte ihre feinmotorischen Fähigkeiten und ihren Sehsinn in voll Umfang erhalten können. Deshalb sollte durch die Wach-Op nicht nur die Sprachfunktion, sondern auch die Fähigkeit des Musizierens überprüft werden. Denn die Frau wollte ihren Traumjob als Musiklehrerin und Fotografin nicht aufgeben.

Die Russin lag bereits vor einem Jahr auf dem OP-Tisch, wollte aber den Genesungsprozess abwarten und dann erst Bilder und Videos von dieser musikalischen Operation veröffentlichen. Zum Glück verlief die OP ohne Probleme und die Patientin hat sich auch nur einmal kurz verspielt.