Der 48-jährige Schwede beklagte sich eines Abends zunächst nur über Kopf- und Rückenschmerzen und ein Druckgefühl hinter den Ohren. Schlimmer wurde es im Laufe der Nacht, als er sich mehrmals übergeben musste und Empfindungsstörungen entwickelte. Seine Frau brachte ihn deshalb am nächsten Morgen in die Notaufnahme, wie das Fachmagazin „Journal of Medical Case Reports“ berichtete.

Der Patient befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem schlechten Zustand, die Sprechfähigkeit hatte abgenommen, bald wurde er ohnmächtig, spuckte Blut und seine Atmung stockte. Man verlegte ihn auf die Intensivstation. Obwohl die Ärzte mehrere Tests machten, fanden sie keine Ursache für den sich plötzlich dramatisch verschlechternden Zustand des Mannes.

Es stand nicht gut um den Schweden, als seine Schwester den entscheidenden Schritt machte. Sie erkannte einen Zusammenhang mit der Tatsache, dass er als Kind bereits an Ohnmachts- und Brechanfällen gelitten hatte und als Erwachsener noch Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben hatte. Diese Informationen nutze sie bei der Google-Suche, die endlich die Antworten liefern sollte, die die Ärzte nicht geben konnten. Sie stieß auf das Tripple-H-Syndrom, eine genetisch bedingte Stoffwechselstörung, die den Harnstoffzyklus in der Leber stört. Dadurch sammelt sich Ammoniak im Körper und verursacht Hirnschäden.

Die Ärzte nahmen den Hinweis der Schwester glücklicherweise an und fanden heraus, dass die Ammoniak-Werte im Blutplasma des Patienten tatsächlich stark erhöht waren. Zusätzlich wurde ein blutendes Magengeschwür als Ursache für eine große Menge Stickstoff im Körper erkannt, was zu einem Kollaps des Harnstoffzyklus geführt hatte. Mit diesem Wissen konnte nun die Behandlung eingeleitet werden und nach einigen Tagen waren die Blutwerte stabilisiert. Ohne die Google-Ergebnisse hätten die Ärzte vermutlich zu viel Zeit verloren und das hätte dem Mann das Leben gekostet.

„Unser Patient hätte vielleicht nicht überlebt, wenn wir die Diagnose seiner Familie nicht ernst genommen hätten und ihr nicht nachgegangen wären“, schrieben die Ärzte in dem Fachblatt. Wenn konkretere Informationen über Symptome, Krankheitsverlauf und Erbkrankheiten vorliegen, kann eine Google-Diagnose also durchaus hilfreich sein. Von alltäglichen Kopfschmerz,- Juckreiz und Zehbruch- Diagnosen im Internet raten wir dennoch weiterhin ab.