#SoIstDepression

Wenn im Alter jeder Tag ohne Lebenskraft beginnt.

Depression im Alter

Auch ältere Menschen können an der psychischen Krankheit leiden und ihr Lächeln verlieren.

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Zurückgezogenheit, Appetitlosigkeit und Schwierigkeiten mit dem Gedächtnis gelten oft als Alterserscheinungen. An Depressionen denkt man da nicht so schnell! Doch was kaum einer weiß: Mit dem Älterwerden, nimmt das Risiko, an einer Depression zu erkranken, zwar nicht zu, aber sie wird häufig nicht erkannt oder lapidar als „normale Alternserscheinung“ verkannt. Neben der Demenz ist die Depression die häufigste psychiatrische Erkrankung bei älteren Menschen. Erschreckenderweise ist in keiner Altersgruppe die Suizidrate so hoch! Woran das liegt? Wie gesagt: Viel zu oft wird die depressive Erkrankung gar nicht als solche erkannt und damit auch nicht behandelt.

Wenn eine Depression zum ersten Mal im Leben eines Menschen nach dem 70zigsten Lebensjahr auftritt spricht man von einer Altersdepression. Das erste Anzeichen für die Erkrankung kann z.B. das häufige Reden über Sorgen um die Gesundheit sein; Senioren fällt es meistens leichter über ihr körperliches Leiden als über seelische Beschwerden zu reden. Anstatt eine gedrückte Stimmung zu thematisieren, klagt der Betroffene eher über Appetitlosigkeit, Schlafstörungen mit erhöhter Tagesmüdigkeit oder Magen-Darm-Beschwerden. Auffällig ist häufig der Rückzug aus dem Familien- und Freundeskreis. Wenn man gezielt nachfragt, geben Betroffene an, an Schuldgefühlen, Ängsten und Zukunftssorgen zu leiden. Doch auch die klassischen Symptome einer Depression, wie Niedergeschlagenheit, der Verlust der Lebenskraft und kein Interesse an den meisten Tätigkeiten werden auf Nachfragen bejaht.

Depressive, egal welchen Alters, haben meistens auch kognitive Störungen, sie können sich schlechter konzentrieren und haben Gedächtnisstörungen. Diese Beschwerden können so stark ausgeprägt sein, dass sie einigen Symptomen einer Demenz ähneln. Da mit dem Alter die Wahrscheinlichkeit eine Demenz zu entwickeln ansteigt, muss man sorgfältig depressive und Demenzsymptome bei Älteren voneinander unterscheiden, was aber in der Regel auch gut gelingt.

Doch warum verlieren Senioren plötzlich ihre Lebensfreude? Der schmerzhafte Verlust eines geliebten Menschen, seien es gute Bekannte oder der Partner, kann eine Depression auslösen. Nach und nach nehmen die sozialen Kontakte ab, sowie die körperliche und geistige Mobilität. Was dann folgen kann, macht vielen Angst: die Pflegebedürftigkeit. Außerdem stellen die oft hohen Anforderungen an die Anpassungsfähigkeit im Alter ein gewisses Risiko für die Entwicklung einer Depression dar. Zum Beispiel kann der Wechsel vom Arbeitsalltag in das Rentendasein, als negatives Ereignis wahrgenommen werden, besonders wenn der ältere Mensch ansonsten keine Hobbies oder Beschäftigungen mit sozialen Kontakten mehr hat. Außerdem haben ältere Menschen häufig Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen wie z.B. einen Diabetes, die alle das Risiko eine Depression zu entwickeln, begünstigen.

Wenn Angehörige eine Altersdepression bei ihren Lieben vermuten, sollten sie einen Arzt aufsuchen und um Rat fragen. Außerdem sollte der Erkrankte ermutigt werden, eine Therapie zu beginnen. Regelmäßige Besuche und Sparziergänge an der Luft helfen der betroffenen Person wieder aktiver zu werden. Eine häufig erfolgversprechende Behandlung bei älteren Menschen mit einer Depression ist eine Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten, wie sie auch bei Jüngeren durchgeführt wird.

Jeder kann einer Altersdepression versuchen vorzubeugen: regelmäßige geistig (z.B. Buch-, Schach-, Fußballklub beitreten) und körperliche Aktivität (z.B. mit einem Hund Gassi gehen!) und sinnstiftenden Tätigkeiten nachgehen (z.B. Engagement in einem Ehrenamt), soziale Kontakte pflegen, sich gesund ernähren.  Diese Tipps werden zwar nicht in jedem Falle eine Altersdepression vermeiden lassen, aber sie reduzieren deren Auftretenswahrscheinlichkeit!

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Depression ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die aber mit professioneller Hilfe gut behandelbar ist.

Leiden Sie unter Depressionen?

Bitte wenden Sie sich unbedingt an Ihren Hausarzt.

Hilfe gibt’s auch hier:

Stiftung Deutsche Depressionshilfe www.deutsche-depressionshilfe.de

Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222

Seelefon (des Bundesverbandes der Angehörigen psychisch Kranker e.V.) Tel. 0800 / 11 10 333

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