Zeitumstellung 2018: Wann wird die Uhr umgestellt?

Die Uhren werden traditionell am letzten Sonntag im Oktober umgestellt – und so ist es auch dieses Jahr. In der Nacht auf Sonntag, den 28.10 erfolgt die Zeitumstellung in Deutschland.

Uhrumstellung: Werden die Uhren vor oder zurückgestellt?

Am Sonntag werden die Uhren auf die Winterzeit gestellt. Das heißt, dass uns eine Stunde geschenkt wird. Die Uhren werden von 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr morgens gestellt. Die Stunde von 2:00 bis 3:00 Uhr existiert am 28. Oktober also zweimal, verrückt oder?

Musst du deine Uhr am Sonntag auf die Winterzeit umstellen?

In unserer digitalen Welt müssen viele von uns gar nicht mehr daran denken, selbst den Zeiger an der Uhr nach hinten oder vorne zu drehen, das übernimmt die Funkuhr oder das Smartphone. Dafür verantwortlich, dass deine Funkuhr sich automatisch auf die Sommer- oder Winterzeit umstellt, ist übrigens Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. Die PTB übermitteln mit einem starken Sender das aktuelle Zeitsignal an alle Funkuhren.

Bei deinem Smartphone kannst du einstellen, ob sich die Zeit bei deinem Handy automatisch umstellen soll. Meistens ist das die Standardeinstellung, du kannst es aber auch über die "Einstellungen" manuell ein- oder ausschalten.

Vor oder zurück? Eselsbrücken zur Zeitumstellung

Du kannst dir einfach nicht merken, wann du die Uhr zurück und wann du sie vor stellen musst? Kein Problem! Wir haben ein paar Eselsbrücken und Merksprüche für dich:

  • Im Frühling werden die Gartenstühle VOR das Haus gestellt und im Herbst wieder ZURÜCK.
  • Spring forward & fall back.
  • Vorne im Jahr wird die Uhr VORgestellt, hinten im Jahr wird sie ZURÜCKgestellt.
  • Die Zeitumstellung ist wie alles im Leben. Man muss immer erst etwas geben, bevor man etwas zurückbekommt.
  • Im Winter hinter.

Was hat es mit der Sommerzeit und der Winterzeit auf sich?

Nun, da wir die brennendsten Fragen für kommenden Sonntag geklärt hätten, haben wir noch ein paar generelle Infos zur Zeitumstellung für dich, angefangen mit einer Erklärung für die Begriffe "Sommerzeit" und "Winterzeit".

Hättest du gedacht, dass noch bis Ende des 19. Jahrhunderts jeder in Ort in Deutschland seine eigene Zeit hatte? Die Uhren haben sich dabei am Stand der Sonne orientiert, was hieß, dass sich die "Berliner Zeit" und die "Münchener Ortszeit" um sieben Minuten unterschieden haben. Als 1884 in Washington DC die Einteilung der Welt in 24 Zeitzonen beschlossen wurde, wurde eine Vereinheitlichung der Zeit auch in Deutschland angestrebt. Neun Jahre später war es dann so weit: Seit dem 1. April 1893 gilt in Deutschland die Mitteleuropäische Zeit.

Zumindest bis 1916. Denn seit jenem Jahr wurde immer wieder mit der Einführung einer Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) experimentiert. In den darauffolgenden Jahren wurde die Sommerzeit immer wieder eingeführt und abgeschafft. Zu Beginn des zweiten Weltkriegs wurde die Sommerzeit aus ökonomischen Gründen schließlich wiedereingeführt, denn eine Stunde mehr Tageslicht bedeutete auch eine Stunde mehr Zeit zum Arbeiten.

Kurz nach dem Krieg gab es für drei Jahre sogar eine "Hochsommerzeit", bei der die Uhren noch einmal eine Stunde vorgestellt wurden. Das letzte Hin- und Hergestelle ereignete sich 1980, als die BRD und DDR wiederum die Einführung der Sommerzeit beschlossen hatten. Für die Sommerzeit gilt seitdem: Am letzten Sonntag im März werden die Uhren eine Stunde vorgestellt, bis die Sommerzeit im Oktober von der Winterzeit abgelöst wird. Die letzten Jahrzehnte herrschten also die Winter- und die Sommerzeit in Deutschland, aber das soll sich jetzt (wieder) (vielleicht) ändern.

Angeber-Wissen: Da die Winterzeit "zuerst da war", wird diese auch als "Normalzeit" bezeichnet.

Abstimmung über die Zeitumstellung: Wird die Uhrumstellung abgeschafft?

 Der Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit ist ein Thema, das immer wieder für Diskussionsstoff sorgt. Das Ziel war es, das Tageslicht besser zu nutzen. Doch der wirkliche Nutzen ist umstritten. So soll die Energieersparnis nur sehr gering ausfallen – 0,21 Prozent, wie es ein Gutachten für den Bundestag beobachten konnte. Außerdem beklagen sich Menschen über gesundheitliche Probleme im Zusammenhang mit der Uhrumstellung. So stört das Hin und Her zwischen Sommer- und Winterzeit bei vielen Menschen kurzzeitig den Schlafrhythmus, wie eine repräsentative Forsa-Umfrage unter 1014 Menschen in Deutschland im Auftrag der KKH (Kaufmännische Krankenkasse) aus dem Jahr 2013 belegt.

Um auf diese Unzufriedenheit zu reagieren, hat das EU-Parlament im Februar 2018 eine Kommission damit beauftragt, sich mit der Zukunft der Zeitumstellung zu beschäftigen. Daraufhin gab es eine nicht repräsentative Onlinebefragung, bei der die EU-Bürger für oder gegen eine Abschaffung der Uhrumstellung stimmen konnten. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Rund 84 Prozent der 4,6 Millionen Teilnehmer haben sich gegen die Zeitumstellung ausgesprochen. Der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, schlug darauf vor, die Abschaffung der Zeitumstellung bereits 2019 umzustellen. Das heißt, dass laut den aktuellen Plänen die Uhren in den EU-Staaten am 31. März 2019 das letzte Mal verpflichtend umgestellt werden sollen. Danach wäre die Zeitumstellung für die Mitgliedstaaten freiwillig. Auch, ob sich die Länder für die Sommer- oder die Winterzeit entscheiden möchten, soll ihnen selbst überlassen werden. Doch auch ein Flickenteppich an verschiedenen Zeiten will Brüssel vermeiden und auch die verschiedenen EU-Länder sind sich uneinig, was die Abschaffung angeht. Eigentlich hatte sich besonders Jean-Claude Juncker für eine schnelle Umsetzung eingesetzt, doch es könnte gut sein, dass wir auch im Oktober 2019 – und darüber hinaus – wieder an der Uhr drehen müssen.