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Frühstücksfernsehen

"Nicht nur als Feind sehen": Habeck erntet viel Kritik bei Raffinerie-Besuch

10.05.2022 • 09:54

Die EU-Kommission will raus aus russischem Öl. Doch was wird aus der Raffinerie PCK im brandenburgischen Schwedt, wo nur Öl aus Russland ankommt? Wirtschaftsminister Robert Habeck stellte sich der Belegschaft der PCK-Raffinerie und schlug einen verständnisvollen Ton an.

„Ich will Sie nicht verkackeiern und Ihnen auch nicht irgendwie den Himmel rosarot malen. Es kann sein, dass es an irgendeiner Stelle hakt, es kann sein, dass irgendwas nicht funktioniert“, zitiert die dpa den Grünen-Politiker.

Belegschaft kritisiert Habeck

Die Belegschaft hörte sich Habecks Rede in Ruhe an. Anschließend gab es aber einige kritische Stimmen. Eine Mitarbeiterin forderte, die Druschba-Pipeline, die Schwedt mit russischem Öl versorgt, aus dem geplanten EU-Embargo herauszunehmen. Ein anderer Beschäftigter, der seit 27 Jahren bei PCK ist, nannte die Entscheidung falsch, aus „political correctness“ auf russisches Öl zu verzichten. Der Belegschaft rief der Minister zu: „Wenn Sie eine bessere Idee haben - her damit.“

Habeck sprach von drei Elementen, die zusammenkommen müssten

Habeck sprach von drei Elementen, die zusammenkommen müssten: Die Vorbereitungen für neue Öllieferungen aus anderen Ländern über Schiffe via Rostock; Finanzhilfen des Bundes für mögliche Mehrkosten nach der Umstellung - denn das Öl aus anderen Quellen ist teurer; und eine mögliche Treuhandstruktur anstelle des bisherigen Betreibers Rosneft. „Wenn alles drei klappt, dann haben Sie eine Jobsicherheit für die nächste Zeit. Wir brauchen Schwedt“, versprach Habeck.

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