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Warum ist "Jetzt wird's schräg" die schrägste Show im deutschen Fernsehen?

Jochen Schropp: Der Name ist bei uns Programm. Wir haben eine Bühne, die um 22,5 Grad gekippt ist. Darauf müssen meine Gäste improvisieren. Zusätzlich kippen wir die Kamera um 22,5 Grad. Das heißt, die Szene sieht zwar ganz normal aus, aber die Gäste stehen schräg. Da passieren schön schräge Sachen. Während sie auf der Bühne sind, gebe ich ihnen Anweisungen. Das Spiel ist eine wahre Rutschpartie. Da geht schon mal was kaputt - eine Tür hat es z.B. erwischt.

Was wird auf der Bühne alles gespielt?

Ich gebe unseren Gästen eine Szene vor. Zum Beispiel im Restaurant. Ein Restaurantkritiker ist zu Gast, es sieht aber aus wie Sau. Da muss erst einmal aufgeräumt werden, was bei einer 22,5 Grad schiefen Bühne nicht so einfach ist. Natürlich passieren da viele Missgeschicke, über die der Kritiker nicht erfreut ist. Es passieren großartige unvorhersehbare Sachen, aber auch vorhersehbare: Ich erinnere mich an einen Satz von Bernhard Hoëcker. Dem sagte ich, er solle den Wandschrank aufmachen. Daraufhin antwortete er: 'Kennst du das Gefühl, wenn man Angst von der Zukunft hat?'"

Das klingt auch körperlich sehr herausfordernd…

Es ist wirklich extrem anstrengend. Unsere Gäste müssen auf der schrägen Bühne zehn bis fünfzehn Minuten improvisieren und körperliche Schwerstarbeit leisten. Manche Gäste haben sich so verausgabt, dass ich sie beim nächsten Spiel erst einmal verschonen musste.

Welchen Herausforderungen müssen sich die Gäste noch bei "Jetzt wird's schräg" stellen?

Das Spiel 'Fotomime' finde ich extrem schwer. Die Gäste bekommen einen Begriff auf einem Monitor gezeigt und einer muss diesen nur mit Hilfe von Geräuschen vormachen. Es gibt da z.B. ein Foto mit einer Geburtstagstorte. Wie erklärt man bitte eine Geburtstagstorte nur mit Geräuschen?

Beim "Bodystabieren" kommen ihre Gäste sich ziemlich nahe…

Rebecca Mir und Massimo Sinato sind ein großartiges Pärchen beim 'Bodystabieren'. Dort muss man zu zweit Buchstaben mit dem Körper legen. Wir filmen das von oben und aus diesen Buchstaben entsteht ein Wort. Rebecca und Massimo haben dabei tief blicken lassen, wer bei ihnen in der Beziehung die Hosen an hat und was da im Bett so alles möglich ist. Er hat sie über den ganzen Boden gezerrt – das war schon beachtlich.

"Jetzt wird's schräg" ist eine Impro-Comedy-Show. Wann mussten sie schon einmal richtig improvisieren?

Improvisieren wir nicht alle täglich? Ich glaube, das ganze Leben ist eine große Improvisation. Man lässt sich auf die Situation ein und macht das Beste daraus.

Sie sind ausgebildeter Schauspieler. Hilft die Schauspielerei beim Moderieren? 

Wenn ich eine Show moderiere, habe ich 30 Seiten Text, die ich im Kopf haben muss – wenn ich schauspielere, dann habe ich gegebenenfalls zwei Seiten Dialog. Was ich aus der Schauspielschule mitgenommen habe ist, wie ich mich vor einer Show entspanne. Zudem hilft mir, dass ich im Theater schon vor vielen Leuten aufgetreten bin. Wenn vor einer Liveshow die Titelmusik läuft, geht einem trotzdem immer das Herz. Aber das ist das Lampenfieber, was es am Ende auch so interessant und schön macht.

Kann man lustig sein lernen?

Humor ist sehr vielfältig. Ich finde Leute, die von sich behaupten, dass sie lustig sind überhaupt nicht lustig. Ich glaube, Humor hat man oder man hat ihn nicht. Ich glaube nicht, dass man das lernen kann.

Wie bringt man Sie am besten zum Lachen? 

Ich mag Situationskomik und ich mag richtig blöden Humor. Wenn es schon so offensichtlich ist, dass man sich denkt: ‚Jetzt sage ich das nicht, denn das ist schon so blöd...‘ Und wenn dann jemand genau das sagt, dann liege ich am Boden. Ich habe bei ‚Jetzt wird’s schräg‘ wirklich sehr viel gelacht.

Sie haben auf Ihrem Twitteraccount stehen: "Eating up life with a large spoon". Erklären Sie uns, was Sie damit meinen.

Das ist vielleicht das moderne 'Carpe Diem'. Einfach loslassen und versuchen, alles mitzunehmen. Ich bin generell ein Mensch, der das Glas eher halb voll als halb leer sieht. Ich versuche mein Leben zu genießen und die Balance zwischen Freizeit und Arbeit zu halten. Das ist nicht immer leicht, aber ich sehe zuerst einmal immer das Gute im Menschen und versuche das Beste aus jeder Situation zu ziehen.