- Bildquelle: Willi Weber SAT.1 / Willi Weber © Willi Weber SAT.1 / Willi Weber

In der neuen SAT.1-Reality-Doku "Mein Hund, die Kilos und ich" sagen fünf Duos aus Vierbeinern und ihren Besitzern ab Sonntag, 16. August 2020, den überflüssigen Pfunden den Kampf an. Jochen Bendel, Hundeerziehungsberater Holger Schüler und Fitnesstrainerin Marion Luck begleiten die Teams beim Abspeckprogramm. Im Interview verrät er u.a., wie er sich und seine Hunde fit hält.

Du bist immer durchtrainiert und schlank – hattest du mal eine Phase in deinem Leben, wo du selbst ein paar Kilos zu viel hattest?

"Ich bin eigentlich immer schon eher Typ 'Spargeltarzan' gewesen. Gewicht zuzunehmen fiel mir schwer. Ich habe einen schnellen Stoffwechsel. Leichtathletik war mein Sport. Nach diversen schweren Rückenproblemen hat mir allerdings Krafttraining sehr geholfen, meinen Körper wieder zu stabilisieren. So konnte ich Operationen vermeiden und bin seitdem beschwerdefrei."

Wie oft in der Woche machst du Sport – und wie involvierst du deine beiden Vierbeiner dabei?

"Im Frühjahr, Sommer und Herbst vielleicht vier bis fünf Mal die Woche, wir gehen mit den Hunden zusammen am Strand laufen oder machen Crossfit mit den Bikes im Wald – so querfeldein. Das ist auch für die Hunde ein wahnsinniger Spaß. Uns ist es wichtig, dass unsere Vierbeiner nicht nur stoisch neben uns herlaufen müssen, sondern die Freiheit genießen können, mit ihrer Nase die Natur zu erforschen. Das lastet sie optimal aus. Hunde sind Nasentiere! Aber im Winter kuscheln wir mit unseren Hunden lieber gemeinsam, ganz faul und zufrieden, mit einer dampfenden Tasse Kakao auf der Couch."
Wie ernährst du deine beiden Lieblinge?

"Ich möchte meine Hunde so ernähren, dass sie immer ihr kognitives und physisches Potenzial ausschöpfen können. Gizmo ist jetzt mit fast zehn Jahren ein Opa – aber ein rüstiger. Trotzdem hat er altersbedingt völlig andere Ansprüche als unser erwachsenes, fünf Jahre altes Labrador Mädchen. Da ich das ganze Jahr über viel zusammen mit den Hunden reise, füttere ich beiden als Basis ein auf ihre Bedürfnisse abgestimmtes Trockenfutter. Das habe ich überall, z.B. im Hotel, schnell zur Hand. Gizmos Futter ist ein Spezialfutter für Senioren und deckt zu hundert Prozent seinen altersbedingten Nährstoffbedarf. Leckerchen gibts nur beim Training und Essen vom Tisch eigentlich nur meiner Schwiegermutter – wenn ich nicht dabei bin." (lacht)
Auf was sollte man beim Futter achten?

"Wie bei uns Menschen gibt es auch für Hunde die unterschiedlichsten Ernährungsangebote: von vegan bis Rohkost ist alles dabei. Ich finde das toll. Mal ehrlich, die meisten Hunde leben doch in Deutschland als integrierte Familienmitglieder - quasi mit Kinderrechten. Der Hund bekommt das, was sein Mensch gut findet. Wie bei Eltern, die ihr Ernährungskonzept mit ihren Kindern teilen, sollten wir aber aufpassen, dass diese Ernährung alle Bedürfnisse des Hundes nach Nährstoffen auch hundert Prozent abdeckt. Das ist teilweise ganz schön schwierig herauszufinden, aber enorm wichtig. Nährstoffmangel richtet langfristig großen Schaden an. Es hemmt z.B. die Entwicklung, kann krank machen und die Lebenserwartung verringern. Ich denke, dass will niemand seinem Hund antun."
Was sollte man als Herrchen/Frauchen in Bezug auf Futter unbedingt vermeiden?

"Man sollte vermeiden, Hunden permanent Futter zur Verfügung zu stellen. Auf der einen Seite ist Nahrung für Caniden eine besonders wertvolle Ressource. Versuchen Sie mal einem Hund, den Sie nicht kennen, den Knochen aus dem Maul zu nehmen… Auf der anderen Seite können Hunde auch lange ohne etwas im Magen auskommen. Wilde Hundegruppen streifen oft tagelang durch die Gegend – auf der Suche nach etwas Essbarem. Steht in der Wohnung permanent ein gut gefüllter Fressnapf herum oder es gibt Leckerchen wie Sand am Meer, haben Hunde oft weniger Antrieb und sind schwerer zu motivieren. Ihnen fehlt das Ritual des täglichen Fütterns. Gemeinsame Rituale sind für Hunde sehr wichtig, da sie Bindung erzeugen. Ein 24/7 "All inclusive-Futter- und Leckerchen-Buffet“ ist auch oft der Grund, warum viele Hundebesitzer das Gewicht ihres Hundes nicht mehr kontrollieren können und irgendwann den Überblick verlieren."

Du bist ja auch selbst Hundetrainer seit drei Jahren – wie kams dazu?

"Vor fünf Jahren habe ich mit meiner SAT.1 GOLD-Sendung 'Haustier sucht Herz' begonnen, schwer vermittelbaren Hunden eine Chance zu geben, endlich bei guten Menschen ankommen zu können. Schnell habe gemerkt, dass ich eigentlich viel zu wenig Hintergrundwissen besitze. Mir war klar: Ich wollte die Sprache der Hunde verstehen, damit ich besser auf ihre Bedürfnisse eingehen kann. Deshalb habe ich 2017 eine Vollzeit-Hundetrainer-Ausbildung, in einer der größten Hundeschulen in Deutschland gemacht und von der Pike auf Hunde studiert. Ein Jahr lang stand ich Tag für Tag auf dem Trainingsplatz, bei Wind und Wetter, und habe am Wochenende die Theorie-Seminare und -Kurse besucht. 2018 hat mich mein Ausbildungsbetrieb als Trainer übernommen. Mir liegt besonders ein gewaltfreies und respektvolles Training mit Hunden am Herzen, dafür setze ich mich täglich ein. Hunde zu verstehen, ihre Bedürfnisse zu erkennen und den Blick auf mich - seinen Menschen- zu richten, das ist ein großer Teil meines Training-Konzeptes. Heute habe ich mich aus dem regulären Kursalltag unserer Hundeschule etwas zurückgezogen, aber ich betreue Mensch-Hund-Teams intensiv einzeln. 2019 habe ich sogar die Chance bekommen, Bücher über meine Lieblingsthemen zu schreiben. Im letzten Herbst ist mein erstes Buch „Das Wunder der Bindung“ über eine glückliche und dauerhafte Mensch-Hund-Beziehung veröffentlicht worden.“
Als langjähriger Münchner hat es dich, deinen Mann und die Hunde in den Norden gezogen – brauchtet ihr eine Luftveränderung?

"Wir haben mit unseren Hunden lange mitten im Auge des Großstadt-Dschungels gelebt – am Münchner Marienplatz. Mehr City geht eigentlich nicht. Das war anfangs aufregend und praktisch, allerdings haben sich bei uns die Prioritäten in den letzten Jahren etwas verschoben. Weg von Shopping, Restaurant-Hopping und Konsum hin zu Natur, Nachhaltigkeit und innerer Ausgeglichenheit. Wir wollten unseren Hunden auch ein Umfeld bieten, das nicht ständig so intensiv auf ihre feinen Sinne einwirkt wie es eine Millionenstadt macht. Als wir unseren Traum – ein altes Kapitänshaus direkt am Meer – gefunden hatten, war die Entscheidung schnell gefallen. Jetzt gehen wir schon zum Sonnenaufgang mit den Hunden ins Watt, paddeln, schwimmen und leben im Einklang mit den Gezeiten."

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