Pastewka

Der Comedian verrät, wie viel die Rolle in Pastewka eigentlich mit ihm selbst zu tun hat

Bastian Pastewka im Interview

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© SAT.1/ Guido Engels

"Gastsprecher bei den "Drei Fragezeichen" – mehr kann man nicht verlangen"

Interview: Andreas Kötter

"Pastewka" ist zurück! Im Gespräch mit sat1.de spricht Bastian Pastewka über neue Katastrophen im Leben des Komikers, über die Gratwanderung zwischen Doku und Sitcom und darüber, warum man nicht immer nach den Sternen greifen sollte.

Herr Pastewka, bei "Pastewka" dreht sich alles um Ihr Leben. Dennoch bietet das Format weit mehr als nur Dokutainment, da Sie sich selbst spielen und nicht einfach nur von der Kamera begleiten lassen; wie bekommt man diese Gratwanderung hin?

Das ist in der Tat ein wenig verrückt! Meine Schauspiel-Familie und ich wissen manchmal selbst nicht so genau, was wir eigentlich spielen, ob wir noch Doku oder schon Serie sind?! Ich denke allerdings, dass "Pastewka" vielleicht gerade deshalb schon so lange ein Erfolg ist. Gerade weil unser Publikum nie hundertprozentig wissen kann: "Ist dieser Pastewka wirklich so oder ist das doch nur erfunden?". Eine Gratwanderung, wie Sie richtig sagen. Auch deshalb bin ich überzeugt, dass es eine gute Entscheidung war, Bastian jetzt in den neuen Folgen auch einmal ein wenig verletzlich zu zeigen und nicht immer nur als den Dauer-Tollpatsch, der darunter leidet, dass er so ist, wie er ist.

Die FAZ hat über "Pastewka" geschrieben, dass Sie hier „die Rolle des Lebens“ spielen, ist das ein Lob oder doch auch eine gut verpackte Kritik?

Hoffentlich beides. Ich denke, dass der Autor dieses Beitrags der Serie sehr wohl gesonnen war – ich glaube, wir haben ‚das wahre Leben’ einfach recht gut getroffen. Dennoch: "Pastewka" bleibt eben auch immer eine Rolle. Meine wunderbaren Kollegen Sonsee Neu, Cristina do Rego, Bettina Lamprecht, Dietrich Hollinderbäumer und Matthias Matschke spielen diese seltsamen Pastekwas ja nur, daran führt kein Weg vorbei. Es gibt keine authentischen Momente vor der Kamera, und wenn man ganz genau ist, dann gibt es sie noch nicht einmal bei Doku-Soaps. Denn auch ohne Drehbuch wird eben für eine Kamera agiert. Trotzdem hoffe ich natürlich, dass sich das Publikum beherzt auf unseren Bluff einlässt.

Wie würde der Schauspieler Bastian Pastewka die Figur charakterisieren, die er in "Pastewka" spielt?

Der Serien-Pastewka ist wahrscheinlich so wie ich vor zehn Jahren: Unentschieden, ein wenig tapsig, ehrgeizig, selbstverliebt usw. Und er ist in diesem ganz speziellen Kölner Comedy-Fernsehen-Umfeld immer auch umgeben von manchmal argwöhnischen, manchmal auch sehr netten Kollegen.

Mit Ihrem Leben heute hat das nur noch sehr bedingt zu tun...

Das stimmt. So bin ich z. B. von Köln nach Berlin gezogen, ich lebe in einer fantastischen Beziehung, die nicht so gefährdet ist, wie die vom Serien-Pastewka und ich habe auch keinen Halbbruder. Und die Fernseh-Kollegen, mit denen ich zu tun habe, sind deutlich netter, als in der Serie, wenn sie sich selber spielen.

Wie viel Bastian Pastewka steckt dann noch in der vierten Staffel?

Bastian wird z. B. den Führerschein verlieren, etwas, das mir vor einigen Jahren auch passiert ist. Zudem bin ich selbst ein sehr, sehr großer Fan von Service-Hotlines. Also wird der "Pastewka"-Bastian in einer Episode von seinem Telefon-Anbieter von einer Warteschleife in die nächste geschickt, aber niemand hilft ihm weiter. Wir spitzen das dann so weit zu, bis Bastian mit drei Telefonen gleichzeitig bei der Hotline anruft und schließlich sogar seinem persönlichen Service-Berater wie ein Stalker nachstellt.

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