Apotheke vs. Drogerie

Arzneimittel

  • Verschreibungspflichtige Medikamente (gleichzeitig auch apothekenpflichtig), für die man ein Rezept vom Arzt benötigt
  • Apothekenpflichtig (auch ohne Rezept in der Apotheke erhältlich, OTC=Over the Counter)
  • Nicht apothekenpflichtig (allgemein als frei verkäuflich bezeichnet, OTC=Over the Counter), erhältlich beispielsweise in Drogeriemärkten

Entscheidend für die Zuordnung ist die gewährleistete Sicherheit der Anwendung für den Verbraucher. Ein Sachverständigenausschuss entscheidet darüber, ob ein Medikament ärztlicher Beratung bedarf, oder ob es freiverkäuflich erhältlich sein wird. In diesem Falle handelt es sich dann um Arzneimittel, die nicht dazu geeignet sind, schwerwiegende Krankheiten zu heilen.

Medizinprodukte

Während Arzneimittel in komplexe biologische Systeme eingreifen und ihre therapeutische Wirkung als Wechselwirkung zwischen den Arzneistoffen und dem menschlichen Körper zu verstehen ist, erweist sich die Wirkung von Medizinprodukten als weniger komplex und lässt sich zudem vorwiegend durch die Wirkung von Medizinprodukten auf den menschlichen Körper und nicht in umgekehrter Weise beschreiben. Ihre Zulassung für den Markt ist demnach sehr viel einfacher und bietet großes Marktpotential. Medizinprodukte können ganz unterschiedlicher Anwendung sein: So ist ein Röntgengerät genauso ein Medizinprodukt wie ein Kondom.

Aut-idem-Regelung

Neben dem Feld, auf dem der Arzt das Medikament einträgt, findet sich das Kästchen aut idem (=lat. „oder das Gleiche“). Durchkreuzt der Arzt das Kästchen nicht, so kann der Apotheker das namentlich verordnete Medikament durch ein wirkstoffgleiches Medikament, identischen Wirkstoffgehalts und identischer Zubereitung, ersetzen. Außerdem muss die Darreichungsform gleich oder austauschbar sein.

Warum höhere Preise?

In Österreich etwa ist der Verkauf von rezeptfreien Medikamenten in Drogerien untersagt, eine große Drogeriekette kämpft seit Jahren dagegen. In Deutschland ist das möglich, doch die Preisunterschiede fallen, wie die MAZ gezeigt hat, deutlich ins Auge. Die Apotheken rechtfertigen die Preise mit kompetenter Anwendungsberatung. Die Drogerien halten dagegen. Ihr Argument: Die Ausbildung einer pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten sei mit einer Lehrausbildung zum Drogisten vergleichbar.

Die Online-Apotheken

Eine weitere Alternative: Online-Apotheken, die sich schnell in Deutschland etabliert haben. 40 Prozent der Bundesbürger bestellen mittlerweile in solchen Versandapotheken. Wer seriöse Anbieter überprüfen will, sucht auf der Webseite nach dem weißen Kreuz auf grünem Hintergrund. Wenn man darauf klickt, kommt man zur Seite des DIMDI, dem Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information – dort sollte man aber dennoch überprüfen, ob die Apotheke dort wirklich gelistet ist, denn einfach auf die Seite verlinken kann praktisch jeder. Um die Beratung zu gewährleisten, bieten die Versandapotheken Telefon-Hotlines an.

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