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Die Spargelsaison ist bekanntermaßen kurz: Am 24. Juni ist Ernteschluss, danach müssen sich Spargelfans wieder fast ein Jahr gedulden. So lange braucht die Pflanze, um sich zu erholen. Denn der Spargel wird nicht jedes Jahr neu gepflanzt, sondern trägt im besten Fall mehrere Jahre lang Früchte. Eine fränkische Bauernregel zum Ende der Saison bringt es so auf den Punkt: "Kirschen rot, Spargel tot."

Wir Deutschen essen rund 1,9 Milliarden Tonnen Spargel im Jahr!

Die deutsche Begeisterung für die bleichen Stangen ist ein Phänomen. Jedes Frühjahr beginnt der Hype aufs Neue. Dann bewegt Deutschland die Frage: Wann schießt der Spargel? Jahr für Jahr verzehren die Deutschen größere Mengen der Liliengewächse: 2016 waren es nach Angaben der Marktforscher von Agrarmarkt-Information (AMI) in Bonn 120.000 Tonnen - so viel wie nie zuvor. Die Bundesländer mit der größten Anbaufläche sind Niedersachsen, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen.

Das einstige Königsgemüse ist damit zur Stangenware herabgesunken. Einst war es eine an Dekadenz grenzende Spezialität, erschwinglich nur für die Reichen - ein Mehrgänge-Menü begann man seinerzeit gern mit Drossel auf Spargel. Erst in den letzten Jahrzehnten verlor der Spargel vollends den Nimbus der exklusiven Delikatesse und wurde sozusagen demokratisiert.

Spargel ist gesund!

Egal ob weiß oder grün - Spargel ist gesund! Er ist nahezu fettfrei und super kalorienarm. Ein ganzes Kilo Spargel hat nämlich gerade mal 180 Kalorien. Zu 94 Prozent besteht das Stangengemüse aus Wasser und trotzdem ist es voll von Vitaminen - insbesondere Vitamin C. So deckt eine Portion Spargel von 500 Gramm fast 80 Prozent des Tagesbedarfs an Vitamin C und E.

Die im Spargel enthaltene Asparaginsäure hat eine entwässernde Wirkung und soll damit Nierensteinen vorbeugen.

Besonders Spargelsaft oder Kochbrühe daraus soll gegen Nierensteine helfen und entgiftend wirken. Werfen Sie die Schale von weißen Spargel also nicht weg, sondern kochen Sie das nächste Mal daraus eine gesunde Suppe.

Asparaginsäure schwemmt mit dem Harn Giftstoffe aus. Neuere Forschungen besagen, dass Asparaginsäure Müdigkeit und Erschöpfung mindert. Sie setzt die im Spargel enthaltenen Schwefelverbindungen frei - das wiederum sorgt für den typischen Geruch des Urins nach dem Essen. Die Schwefelverbindungen hemmen das Wachstum von Viren und Bakterien, schützen vor Freien Radikalen, Krebs und Herzinfarkten. 

Eine Portion Spargel mit 500 Gramm deckt 80 Prozent des Tagesbedarfs an den Vitaminen C und E und fast die Hälfte des Folsäure- und Kaliumbedarfs. Daneben enthält Spargel verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe wie die Pflanzenfarbstoffe Anthozyane oder Carotinoide und schwefelhaltige Sulfide. Diesen Stoffen wird unter anderem eine antibakterielle und eine Krebs hemmende Wirkung zugeschrieben. Zudem enthält Spargel kaum Fett.

Gesundheitliche Vorzüge von Spargel

  • Spargel verweilt relativ lange im Magen und macht dadurch lange satt,
  • Spargel liefert wenig Kalorien,
  • Spargel ist leicht verdaulich und auch für empfindliche Mägen bekömmlich,
  • Die Ballaststoffe und sekundären Pflanzenstoffe (Saponine) im Spargel regen die Verdauung an und fördern so eine gesunde Darmfunktion,
  • Der Eiweißbaustein Asparagin im Spargel regt die Nieren an und fördert die Harnausscheidung.

Gedämpfter Spargel ist gesund!

Wasser in den Top, etwas Salz dazu und den Spargel rein: Das ist wohl weitverbreiteste Zubereitungsart. Es geht aber sogar noch gesünder. Spargel kann man nämlich sehr gut dampfgaren. Dadurch gehen die Vitamine, nicht wie beim Kochen, ans Wasser verloren, sondern bleiben zu großen Teilen enthalten. 30 Prozent mehr Mineralstoffe hat die Dampfgar-Variante. Außerdem behält der Spargel durch die Dampfgar-Variante sein volles Aroma. Wer keinen Dampfgarer oder Einsatz für den Kochtopf zu Hause hat, der kann auf einen Dampfgar-Beutel zurückgreifen. Die gibt es günstig im Drogerie- oder Supermarkt. Geschmacklich unterscheidet sich dampfgegarter kaum von gekochtem Spargel.

Roher Spargel

Wer Spargel roh essen möchte, der sollte unbedingt daran denken, die Stangen gründlich  zu schälen. Dank des rohen Verzehrs bleibt das Vitamin C vollständig erhalten. Besonders als Salat lässt sich der rohe Spargel dann genießen.

Die meisten Menschen kochen den Spargel, vor allem den weißen. Doch man kann ihn auch braten, im Ofen garen - oder eben roh genießen, etwa mariniert im Salat. Er schmeckt dann aber ganz anders. Der typische Geschmack des Spargels entfaltet sich erst beim Kochen. Den weißen Spargel bitte trotzdem sorgfältig schälen.

Grüner Spargel

Grüner Spargel ist sogar noch gesünder als sein weißes Pendant. Er liefert 34 Prozent mehr Vitamin C als roher weißer Spargel und versorgt uns zudem noch mit dem grünen Farbstoff Chlorophyll. Der beugt Eisen - und Magnesiummangel vor.

Kalorienarm und fettfrei sind beide Sorten. Zu 93 Prozent besteht Spargel aus Wasser. Trotzdem ist er auch voller Vitamine. Vor allem im grünen Spargel ist mehr Vitamin C und etwa 300 mal mehr B-Vitamine als in der weißen Konkurrenz enthalten.

Weil grüner Spargel oberirdisch wächst, kann die Pflanze verstärkt natürliche Farbstoffe wie Anthozyane, den grünen Blattfarbstoff Chlorophyll sowie die orange-gelblichen Carotinoide bilden. Darüber hinaus enthält grüner Spargel mehr Vitamin C und Folsäure als weißer.

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