Erkältungsmythen: Was stimmt wirklich? - Bildquelle: vladans© vladans

Was ist eine Erkältung?

Eine Erkältung (=grippaler Infekt) nicht zu verwechseln mit einer Grippe, kann uns zwei bis viermal, Kinder sogar acht bis zehnmal im Jahr erwischen. Eine Erkältung dauert drei bis sieben Tage an, die Symptome sollten nach zwei Wochen verschwunden sein.

Wann soll ich zum Arzt?

Sie müssen nicht mit jeder Erkältung zum Arzt gehen. In folgenden Fällen ist das jedoch ratsam:

  • Krankmeldung: Wenn Sie eine offizielle Krankmeldung für den Arbeitgeber benötigen (meist ab dem dritten, gelegentlich aber auch schon ab dem ersten Fehltag erforderlich)
  • Atemnot: bei Atemnot (kann auf eine Lungenentzündung hinweisen und erfordert rasche Behandlung)
  • Fieber: wenn ein Säugling Fieber hat oder bei hohem Fieber (mehr als 39°C) bei Erwachsenen: Stark erhöhte Temperatur kann ein Hinweis auf eine bakterielle Infektion sein
  • Hals- und Ohrenschmerzen: bei starken Hals- oder Ohrenschmerzen: Diese Beschwerden können auf eine eitrige Mandel- beziehungsweise Mittelohrentzündung hindeuten
  • Schmerzen: bei starken Schmerzen
  • Grippe: wenn Sie sehr müde und abgeschlagen sind (möglicherweise ein Hinweis auf eine echte Virusgrippe)
  • Dauer: wenn sich die Beschwerden nach sieben Tagen nicht gebessert haben
  • Husten: wenn Husten oder Heiserkeit über mehr als zwei Wochen hinweg bestehen

Die Erkältungsmythen

1.)    Heiße Zitrone

Stimmt nicht. Vitamin C + heißes Wasser, so einfach ist es dann doch nicht. Wenn man bereits erkältet ist, hilft der hohe Anteil an Vitamin C kaum noch. Außerdem ist Vitamin C hitzelabil und wird im heißen Wasser zerstört. Eine Linderung der Erkältungssymptome kann die heiße Zitrone allerdings schon verschaffen, wie etwa eine verstopfte Nase oder das Kratzen im Hals. 

2.)    Warmes Bier

Jein. Der Hopfen im Bier beinhaltet ätherische Öle und Bitterstoffe, die beruhigend und teilweise antibakteriell wirken und den Schlaf fördern können. Allerdings empfiehlt der Experte, die alkoholfreie Variante zu wählen. Alkohol schwächt das Immunsystem und entzieht dem Körper Wasser. Grundsätzlich sollte man nicht vergessen, dass Alkohol dem Körper eher schadet, als ihm zu helfen. Um die wirksamen Stoffe im Hopfengetränk nicht zu verlieren, sollte es nicht auf über 40 Grad erhitzt werden. Für den Geschmack empfiehlt es sich, einen Löffel Zucker oder Honig in warmes Bier einzurühren, da es oft bitterer ist als gekühltes.

3.)    Apfelessig mit Zimt

Zimt enthält ebenso ätherischen Öle. Apfelessig regt die Verdauung an, die Giftstoffe werden aus dem Körper getrieben. Zudem enthält er wertvolle Antioxidantien, die das Immunsystem stärken sollen.

4.)    Kolloidales Silber

Bislang gibt es keine klinischen Studien, die einen Nutzen von kolloidalem Silber in Bezug auf Erkrankungen belegen. Eingenommene Silberpartikel erfüllen im Körper keinerlei Funktion und haben hier auch keinen Nutzen im Sinne von Nahrungsergänzungsmitteln. Denn Silber ist kein Mineralstoff, den der Körper zum Leben braucht. Im Gegenteil: Eingenommen wirkt Silber als Zellgift, insbesondere in Form von Nanosilber. Die winzigen Silberteilchen können tief ins Gewebe gelangen und unter Umständen auch biochemische Prozesse im Körper stören. Bislang gibt es entsprechend keinerlei silberhaltige Medikamente, die zur Einnahme zugelassen sind.

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