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Grippe, grippaler Infekt, Erkältung?

Diese Begriffe werden fälschlicherweise oft miteinander verwechselt. Es muss zwischen einer Grippe, auch „Influenza“ genannt, und einem „grippalen Infekt“, der die übliche Erkältung meint, unterschieden werden. 

Erkältung, grippaler Infekt

  • Bis zu ca. 4x jährlich
  • Vergeht selbstständig
  • Ausgelöst durch hunderte verschiedene Viren: U.a Adenoviren, Coxsackieviren, Rhinoviren, Respiratory-Syncytial-Viren (RSV), Parainfluenzaviren und Enteroviren

„Echte“ Grippe, Influenza

  • Hauptsächlich im Winter
  • Plötzliches Auftreten
  • Schnelles Fieber
  • Anhalten über viele Tage, Wochen
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Ausgelöst durch Influenza-Viren
Erkältung_Tabelle

Was hilft?

Zwiebelsaft

Die Zwiebel ist ein altes Hausmittel, das gerade auch wegen ihrer schleimlösenden Wirkung bei Husten beliebt ist. Die in der Zwiebelknolle enthaltenen Schwefelverbindungen und ätherischen Öle wirken antibiotisch und antiseptisch. Vor allem die reduzierte Schwefelverbindung Propanthiolsulfoxid, welche zugleich auch die Tränenbildung anregt, weißt eine stark keimtötende Wirkung auf. Diese Stoffe werden erst durch das Zerstören der Zwiebelzellen freigesetzt. Dieses Zerstören kann durch Zerkleinern und Erhitzen stattfinden. In den Zwiebeln dienen die Schwefelverbindungen als natürlicher Schutz vor Fressfeinden und Bakterien.

Ebenso zahlreich in Zwiebeln enthalten sind Flavonoide, die sekundären Pflanzenstoffe. Besonders das Quercitin ist ein wichtiges Antioxidans und zeigt eine antibakterielle und antiasthmatische Wirkung.

Vor allem im rohen Zustand können die Schwefelverbindungen ihre volle Wirkung entfalten. Bei hohen Temperaturen, beispielsweise durch das Kochen der Zwiebeln, können die Verbindungen zerstört werden. Quercitin hingegen ist auch noch bei hohen Temperaturen in größeren Mengen vorhanden und stabil.

Honig: enthält Flavonoide, wirken antibakteriell und entzündungshemmend

Kräutertee

Malvenblüten: Sie hilft, Entzündungen schneller zu überwinden und damit verbundene Reizwirkungen zu lindern. Dabei helfen ihr die in der Malve enthaltenen Wirkstoffe, wie die Schleimstoffe, die ätherischen Öle, die Gerbstoffe und der Wirkstoff Malvin. Die wilde Malve wird deshalb sehr gerne eingesetzt bei Entzündungen der Schleimhäute der Atemwege und des Verdauungstraktes. Bei Husten, Hals- und Rachenbeschwerden und bei Entzündungen des Mundraumes hat sich die wilde Malve deshalb bewährt. In China wird sie schon seit über 5000 Jahren als Heilpflanze verwendet.

Mädesüß und Pfefferminze: lindern Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen

Salbei: Das ätherische Öl, die Flavonoide und Gerbstoffe, die sich in den Salbeiblättern befinden, verfügen über entzündungshemmende und blutungsstillende Eigenschaften, sie helfen bei Durchfall und anderen Verdauungsbeschwerden und sie unterdrücken die Schweißbildung. Äußerlich angewendet, zum Beispiel als Gurgellösung (hierfür eignet sich zum Beispiel Salbeitee), hilft Salbei erwiesenermaßen bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Innerlich wirkt er auf den Magen und die Schweißsekretion.

Thymian: hervorragendes pflanzliches Arzneimittel bei Husten und bei Entzündungen der Atemwege. Sie helfen erwiesenermaßen bei Reizhusten und können gleichzeitig festsitzenden Bronchialschleim lösen.

Holunderblüten: nützliche Wirkung bei Erkältungskrankheiten, Fieber und Schüttelfrost besitzen. Sie wirken schweißtreibend, können das Immunsystem stärken und sind frei von unangenehmen Nebenwirkungen.

Lindenblüten: reizlindernd bei Husten, gleichzeitig auswurffördernd und schweißtreibend. Der Wirkstoff eignet sich daher hervorragend zur Behandlung von trockenem Reizhusten. Darüber hinaus sind Lindenblüten generell hilfreich bei der Therapie von Erkältungskrankheiten.

  • Zitronenverbene (wirkt beruhigend)
  • Thymian (pflanzl. Antibiotikum)
  • Spitzwegerich (wirken zusammenziehend, Schleimhautentzündungen heilen schneller ab)
  • Schafgarbe (beruhigend, entzündungshemmend)

Goldene Milch

Probiert Kurkuma zum Beispiel einmal in Form von “Goldener Milch”! Seit Jahrhunderten wird in der ayurvedischen Lehre “Goldene Milch” als besonders heilendes, anregendes und reinigendes Getränk geschätzt. Goldene Milch wirkt stark entzündungshemmend, besonders in den Gelenken. Darüber hinaus stärkt Goldene Milch das Immunsystem und regt die Leberfunktion an, unterstützt den Körper also bei der Reinigung und wirkt antioxidativ. 

Kurkuma

Kurkuma wirkt durch den gelben Farbstoff Curcumin und wird schon seit Tausenden von Jahren im Ayurveda und in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt. Forschungen zeigen, dass Kurkuma sowohl antivirale als auch antibakterielle Eigenschaften hat und soll besonders auf die Nasennebenhöhlen harmonisierend wirken. Die Curcuminmoleküle bauen sich demnach in die Zellmembranen ein und stabilisieren diese, berichten die Wissenschaftler. Das Curcumin beeinflusst die physikalischen Eigenschaften der Zellmembran, indem es sich in die Doppellipidschichten hineinschiebt. Kurkuma, oder auch Gelbwurz, wirkt auch vorbeugend gegen Erkältung und stärkt das Immunsystem. Übrigens gibt es keine bekannten negativen Effekte bei einer Überdosierung. Es soll vorbeugend und therapierend gegen Krebs helfen, Depressionen lindern, die Verdauung anregen und Falten vorbeugen, das es eines der wirkungsvollsten Antioxidantien ist. Sogar gegen Alzheimer soll es einsetzbar sein.

Ingwer

Ingwer ist nicht nur in der Küche beliebt, wo sein würziges Aroma verschiedenste Gerichte verfeinert. Auch in der Medizin findet die scharfe Knolle zunehmend Beachtung. So soll sie bei zahlreichen gesundheitlichen Problemen hilfreich sein, unter anderem bei Muskelschmerzen oder Reiseübelkeit. Ebenso greifen viele Menschen bei einer Erkältung auf Ingwer zurück, denn ihm wird eine stimulierende Wirkung auf das Immunsystem nachgesagt: Probieren Sie es selbst aus, beispielsweise mit einem Ingwertee oder einer Karotten-Ingwer-Suppe.

Ingwer ist reich an ätherischen Ölen und Scharfstoffen, sogenannten Gingerolen und Shogaolen. Wenn die Knolle länger gelagert wird, verwandeln sich die milderen Gingerole in die schärferen Shogaole. Am mildesten ist somit frischer Ingwer. Viele der wertvollen Inhaltsstoffe sitzen – ähnlich wie bei Äpfeln – direkt unter der Schale: Schälen Sie die Knolle also möglichst dünn.

Erkältungen vorbeugen

Erkältung bei Kälte?

Sich warm anzuziehen, um nicht krank zu werden, haben wir alle bereits als Kinder gelernt. Doch kommt die Erkältung wirklich von der Kälte? Nicht direkt, feststeht: Die Zahl der Erkrankungen nimmt in den kalten Monaten deutlich zu. Wissenschaftler sehen die Gründe dafür an mehreren Stellen. Zum einen halten sich im Winter viel mehr Menschen auf engem, nicht gut gelüftetem Raum auf, die Gefahr einer Ansteckung nimmt zu. Außerdem trocknet die Heizungsluft die Nasenschleimhäute aus, folglich werden sie durchlässiger für Keime. Draußen in der Kälte schwächen die Minusgrade das Immunsystem: Die Blutgefäße ziehen sich zusammen und weniger Immunzellen zirkulieren im Körper, der Kreislauf arbeitet nicht mehr in normaler Geschwindigkeit. Entscheidender Faktor bleibt aber der Kontakt mit den Viren.

Vorbeugen ist besser als Heilen

Wie kann ich mich also davor schützen? In erster Linie können wir unserem Körper alles an die Hand geben, um bestmöglich gegen Erkältungsviren gewappnet zu sein. Dazu gehört Bewegung und Frischluft, viel frisches Gemüse und Obst, ergiebige Nachtruhe und die Finger von Alkohol und Zigaretten zu lassen. In belebten Räumen sollte regelmäßig gelüftet werden. Und natürlich: Hände waschen nicht vergessen. Das Robert-Koch Institut empfiehlt: Die Hände sollten, insbesondere vor dem Kochen, Essen und nach dem Toilettengang, mehrmals täglich mit Seife gewaschen werden, mindestens eine halbe Minute lang. Spülen sie dabei auch die Zwischenräume und unter den Fingernägeln. 

Falls es schon zu spät ist – Erkältungsmittel?

Dann ist vor allem von Nöten: Ruhe, viel Schlaf, und viel Trinken, um den Schleim zu lösen. Warme Tees sind zu empfehlen; bei der Sorte kann nicht viel falsch gemacht werden, ideal sind neben Kamille und Pfefferminz auch Salbei, Malve, Thymian, Fenchel, Anis oder Huflattich. Obwohl es zahlreiche Erkältungsmedikamente gibt, kann keines die über 200 Erreger der Erkältung an der Ursache bekämpfen. Sie können die Symptome lindern. Wer darauf zurückgreifen möchte, sollte allerdings auf die Inhaltsstoffe achten, denn wenn das Medikament, oftmals Kombinationspräparate, schon Schmerzmittel, wie z.B. Paracetamol enthält, sollte nicht noch zusätzlich gesondert Paracetamol eingenommen werden. Bei einer reinen Erkältung, ausgelöst durch Viren und ohne bakterielle Infektion (z.B. einer Lungenentzündung), ist ebenso Antibiotika wirkungslos. 

  • Umfeld schützen Um sein Umfeld zu schützen, sollte ins Taschentuch oder in die Armbeuge genießt werden.
  • Taschentücher Papiertaschentücher sollten nur einmal verwendet werden und dann sofort entsorgt werden, denn die Viren können noch wochenlang darin halten.
  • Stoffhandtücher sollten bei 60° gewaschen werden. 

Quarkwickel

Ein Quarkwickel wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd. Dafür ein Baumwolltuch fingerdick mit zimmerwarmen Quark bestreichen und auf den Brustkorb legen. Mit einem zweiten Tuch umwickeln, mit einer Decke warm einpacken, Sobald der Quark getrocknet ist, den Wickel erneuern.

Kartoffelwickel

Bei Halsschmerzen, Husten, oder Bronchitis: Mehlige Pellkartoffeln kochen, zerdrücken und in ein Küchenhandtuch einwickeln. In ein Handtuch (Frottee) packen und auf die Brust oder um den Hals legen. Etwa eine Stunde wirken lassen.

Akupunktur bei Erkältung?

Traditionelle Chinesische Mediziner sagen: Auch Akupunktur hilft bei beginnenden Erkältungsleiden. Die Nadelstiche sollen immunstimulierend wirken. Durch Nadeln gezielter Punkte sollen außerdem die Heilungsprozesse in den betroffenen Körperbereichen, wie etwa in den Nasennebenhöhlen, unterstützt werden. Über die Wirksamkeit der Akupunktur sind sich Ärzte strittig, die Kosten für die Akupunkturbehandlung bei Erkältung wird nicht von den Krankenkassen übernommen.

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