I. Kreidezähne (MIH) – was soll das sein?
Sie sind gerade einmal durch das Zahnfleisch gestoßen, schon bröckeln sie wie alte Tafelkreide – diese Zähne gehören Kindern, die von der MIH betroffen sind.

Molaren-                                            (Backenzähne)
Inzisiven-                                            (Schneidezähne)
Hypomineralisation                       (Mineralisationsstörung)

Kreidezähne sind schmerzempfindlich, reagieren äußerst sensibel auf Hitze und Kälte.
Aber nicht nur Essen oder Trinken, selbst das so unabdingbare Zähneputzen wird für die Patienten mit brüchigem Zahnschmelz zur Tortur.   
II. Kreidezähne oder Karies?
Die Verfärbungen und Schäden an Kreidezähnen sehen nicht schön aus und werden oftmals mit Karies als Ergebnis schlechter Zahnhygiene verwechselt. Dabei sind die Ursachen für MIH woanders zu suchen und werden in der noch jungen Forschung auf diesem Gebiet diskutiert und in laufenden Langzeitstudien erforscht.

Jedoch bieten die mit MIH einhergehenden Schäden, Furchen und Rillen natürlich hervorragende Angriffsflächen für Kariesbakterien. Umso intensiver muss daher die Zahnhygiene betrieben werden. Dies fällt oft schwer, da das Putzen schmerzempfindlicher Kreidezähne für die Betroffenen äußerst quälend ist. Werden die weniger widerstandsfähigen Zähne nicht oder nur unzureichend geputzt, kann sich Karies umso schneller breitmachen.
III. Ursachen für MIH
Eines vorneweg:  MIH ist eine Entwicklungsstörung des Zahnschmelzes, die keine genetische Ursache hat. Es handelt sich demnach um eine erworbene, nicht geerbte Erkrankung. Treten während der Zahnschmelzentwicklung (zwischen dem 8. Schwangerschaftsmonat und 4. Lebensjahr) Probleme auf, erhöhen diese das Risiko einer MIH. Als weitere Ursachen gelten Infektionskrankheiten, Schadstoffeinflüsse sowie Antibiotikagabe, Windpocken oder Erkrankungen der oberen Atemwege innerhalb dieser Phase. Auch wird ein Zusammenhang mit Weichmachern in Kunststoff wie Bisphenol A gesehen. Dieser wird über die Nahrung oder den (insbesondere oralen) Kontakt zu Spielzeug  aufgenommen. Daher empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde e.V. auf Verwendung von Plastikflaschen und den Verzehr von in Plastik abgepackten Lebensmitteln zu verzichten.

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