Unforgettable

Unforgettable-Star Poppy Montgomery im Interview

Süchtig nach Reality-TV

 Bei „Without a Trace“ war Poppy Montgomery ein Star in einem großen Star-Ensemble. In ihrer neuen Serie „Unforgettable“ aber trägt die gebürtige Australierin allein die Bürde, das Gesicht der Show zu sein. Im Interview mit sat1.de spricht Montgomery über ihre Rolle, über ihre Kindheit in Australien und auch über Nacktszenen im US-Fernsehen.

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sat1.de: Poppy, vor sieben oder acht Jahren war ich mit einer Journalistengruppe zu Gast am Set von „Without a Trace“; alle waren damals dort...

 Poppy Montgomery: ..nur ich nicht?!

Die Enttäuschung war groß, denn neben Anthony LaPaglia wollte ich vor allem auch Poppy Montgomery kennenlernen...

Danke, das ist sehr lieb von Ihnen! Und es tut mir wirklich sehr leid, dass wir uns nicht schon damals getroffen haben. Mit Anthony ist meine Familie übrigens immer noch sehr eng verbunden, er ist der Patenonkel meines Sohnes. 

Bei „Without A Trace“ waren Sie ein Star in einem Star-Ensemble, bei „Unforgettable“ sind Sie der Star der Show; wie sehr erhöht das den Druck?

In einem Ensemble teilt man sich den Erfolg oder eben den Misserfolg. Wenn die Show aber vor allem mit deinem Gesicht verbunden ist, dann fühlst du dich auch verantwortlich dafür, dass sich der Erfolg einstellt. Und du weißt auch, dass man dich bei Misserfolg dafür verantwortlich machen wird. Das ängstigt mich ein wenig. Auf der anderen Seite aber hat man enorme Möglichkeiten, sich einzubringen. Ab der zweiten Folge bin ich nahezu in jeder einzelnen Szene zu sehen, so dass ich die Figur sehr schnell weiter entwickeln konnte. Die Kehrseite sind extrem lange Arbeitstage. Einmal haben wir sage und schreibe 22 Stunden durchgearbeitet.

Wie hält man das durch?

Regisseur der ersten vier Episoden war Niels Arden Oplev, der schon bei der europäischen Vorlage zu „The Girl with the Dragon Tattoo“, bei „Verblendung“ Regie führte. Mit ihm wollte ich unbedingt zusammen arbeiten. Also nimmt man dann auch schonmal solche Arbeitszeiten in Kauf.

Was hat Sie neben der Aussicht auf eine interessante Rolle und auf die Zusammenarbeit mit Oplev noch an „Unforgettable“ gereizt?

Ausführendes Studio ist CBS, und CBS ist seit „Without a Trace“ wie Familie für mich. Ich weiß, wie sehr man bei CBS die eigenen Formate unterstützt. Zudem drehen wir in New York. Und zu New York kann ich einfach nicht „Nein“ sagen. 

Was für eine Frau ist Carrie Wells?

Carrie hat die Gabe, sich noch an das kleinste Detail aus ihrer Vergangenheit erinnern zu können. Das bedeutet aber auch, dass sie nur sehr schwer ein „normales“ Leben führen kann. Zudem wurde ihre Schwester ermordet, als beide noch Kinder waren. Hier versagt Carries Erinnerungsvermögen, so dass sie zu einer Getriebenen wird, die alles daran setzt, den Mörder ihrer Schwester zu finden.Sie glaubt, dass sie nur dann ein ansatzweise „normales“ Leben führen kann, wenn es ihr doch noch gelingt, diesen Mord aufzuklären.

Und dann ist da auch noch die Beziehung zu ihrem ehemaligen Cop-Partner, Al Burns...

Und auch da ist ihre Gabe eher Fluch als Segen. Denn bei jedem kleinen Streit, und mag der auch noch so lange zurück liegen, erinnert sich Carrie so exakt daran,als sei alles vor gerade einmal fünf Minuten geschehen. 

Wäre diese Gabe für Sie eher Fluch oder doch Segen?

Ich würde das gerne mal für einen Tag ausprobieren. Allerdings glaube ich, dass ich keine besonders angenehme Person wäre, wenn ich mich wirklich an jede Kleinigkeit erinnern könnte. Zudem gibt es auch einige Dinge, an die ich lieber nicht mehr erinnert werden möchte, wie meinen ersten großen Liebeskummer auf der High School. Denn sich erinnern bedeutet in diesem Fall nicht nur, dass man sich solche Ereignisse wieder ins Gedächtnis ruft, sondern auch, dass man den Schmerz noch einmal so deutlich erlebt, als wäre all das gerade erst geschehen.

Der Fachausdruck für diese Begabung ist hyperthymestisches Syndrom, und mit Marilu Henner hatten Sie eine Schauspielerin als Beraterin zur Seite, die diese Fähigkeit tatsächlich besitzt...

In den USA sind überhaupt nur sieben oder achte Fälle des hyperthymestischen Syndroms bekannt, das noch sehr wenig erforscht ist. Marilu war mir daher eine sehr große Hilfe, und wir sind während der Dreharbeiten zu guten Freundinnen geworden. 

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