Ratgeber

Stiller Feiertag

Karfreitag ist Tanzverbot, aber warum eigentlich?

Karfreitag : Tanzverbot“ – so lautet die Erklärung vieler Gastwirte und Inhaber, die ihre Gaststuben und Diskotheken am Freitag vor Ostersonntag schließen. Aber woher kommt diese Tradition eigentlich? Der SAT.1 Ratgeber verrät’s.

Karfreitag Prozession_dpa - Bildfunk
An Karfreitag gedenken die Christen der Kreuzigung Jesu Christi. © dpa - Bildfunk

Karfreitag: Tanzverbot zum Schutz von Sonn- und Feiertagen

Dass am Karfreitag Tanzverbot herrscht, haben sich nicht etwa die Gastwirte und Klubbetreiber in Deutschland ausgedacht. Dennoch müssen sie sich daran halten, denn es steht im Gesetz – und zwar im sogenannten Gesetz über den Schutz der Sinn- und Feiertage, kurz, dem Feiertagsgesetz. In vielen Bundesländern betrifft das aber nicht nur Karfreitag. In Bayern zum Beispiel ist auch am Aschermittwoch Tanzverbot angesagt – ebenso wie an Allerheiligen, am Volkstrauertag, am Totensonntag, am Buß- und Bettag und Heiligabend. Das sind alles sogenannte stille Feiertage.

Auch am Gründonnerstag  und Karsamstag darf per Gesetz keine öffentliche Tanz-, Sport- oder Unterhaltungsveranstaltung stattfinden, es sei denn, der „ernste Charakter“ bleibt gewahrt, die einzige Ausnahme. Dies wird allerdings nicht so streng befolgt wie am Karfreitag.

Bundesländer haben unterschiedliche Regelungen

Osterfest_2016_02_08_Karfreitag Tanzverbot_Bild 1_pixabay
Karfreitag ist Tanzverbot? Im Grunde ja, aber in Berlin und Bremen gilt das nur bis 21 Uhr. © Pixabay

Und ab wann gilt das Ganze und vor allem: wie lange? Das Tanzverbot startet meist am Gründonnerstag um 2 oder 4 Uhr morgens, in Nordrhein-Westfalen und Bayern erst um 18 Uhr; dann werden die meisten Lokale und Diskotheken geschlossen. Das Verbot dauert bis 0 Uhr – und den ganzen Karfreitag. In Berlin und Bremen darf, wer will, aber schon ab 21 Uhr wieder in die Disco und das Tanzbein schwingen.

Außerdem finden in Theatern und Opern am Karfreitag keine Aufführungen von Komödien statt. Kirmes und Biergärten bleiben vielerorts ebenfalls zu. Allerdings gibt es bei der Auslegung des Gesetzes starke regionale Unterschiede. In Berlin herrscht nur am Volkstrauertag, am Totensonntag und an Karfreitag Tanzverbot, in Hessen müssen die Einwohner hingegen an insgesamt 15 Tagen im Jahr die Füße stillhalten, auch am Sonntag  und Montag  beispielsweise. Ähnlich streng zu Ostern wie Hessen sind mit jeweils vier Tagen Tanzverbot nur Bayern und Rheinland-Pfalz. Übrigens: Welcher Clubbetreiber sich nicht an die gesetzliche Regelung hält, muss mit einer Strafe rechnen, sprich in der Regel Abmahnung und Bußgeld.

Warum gibt es an Karfreitag Tanzverbot?

Der Karfreitag hat deswegen eine so herausragende Bedeutung für westliche Kulturen, weil die Christen an diesem Tag der Kreuzigung Jesu Christi gedenken. So herrscht an Karfreitag Tanzverbot, aber auch ein strenges Verbot von Genussmitteln. Christen sollen sich abstinent zeigen und fasten. Einige Nichtchristen kritisieren, dass es nicht jedem selbst überlassen werde, wie er sich an diesem Tag zu verhalten habe, und plädieren dafür, dass man das Tanzverbot abschaffen solle. Aufgehoben wurde es trotz aller Kritik aber bis heute nicht.

Was Sie zuhause machen, ist natürlich Ihre Sache, aber aus Rücksicht auf Ihre Mitmenschen, insbesondere Ihre Nachbarn, sollten Sie am Karfreitag lieber auf laute Musik verzichten.

Das könnte Sie auch interessieren:

SAT.1 Ratgeber auf Google Plus

Hier geht's zum Google Plus Profil von "Tippstricks Ratgeber" Google+

Kommentare

Fan werden