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Das Finale des Eurovision Song Contest - kurz: ESC - hat am Samstagabend in Rotterdam mit dem Einmarsch der 26 Finalisten begonnen. Fans aus der ganzen Welt fiebern den Auftritten ihrer Favoriten entgegen. In der Ahoy-Halle dürfen trotz Corona-Pandemie rund 3500 Zuschauer sitzen. Alle Besucher müssen ein negatives Corona-Testergebnis vorweisen, genauso wie Künstler und Mitarbeiter.

Jendrik tritt für Deutschland an

Für Deutschland tritt mit der Startnummer 15 der Sänger Jendrik mit dem Anti-Hass-Lied "I don't feel hate" an. Bei den Buchmachern hatte der 26-Jährige aus Hamburg zuletzt wenig Chancen. Zum 23. Mal kommentiert der ARD-Journalist und Musikexperte Peter Urban (73) für Zuschauer des Ersten das Finale.

Es ist der 65. ESC (früher meist Grand Prix Eurovision de la Chanson genannt). 2020 fiel der Musikwettbewerb wegen der Corona-Pandemie erstmals seit seiner Gründung 1956 aus. Viele der damals nominierten Teilnehmer sind erneut dabei - jedoch mit einem anderen Lied.

Der deutsche Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sagte, er halte die Show vor Live-Publikum für ein falsches Signal. "Konzerte mit 3500 Zuschauern können wir uns noch nicht leisten, dafür ist es noch zu früh", sagte der SPD-Politiker im Gespräch mit "ZDFheute". Es zeichne "ein falsches Bild" davon, wo man in der Pandemie stehe. Er wisse nicht, welche Rückschlüsse sich aus dem ESC über Großveranstaltungen in Innenräumen ergeben sollten.

Moderatorin Barbara Schöneberger scherzte in der ARD-Aufwärmshow "Countdown für Rotterdam" ab 20.15 Uhr: "Ich hab gerade mal die aktuelle Gesetzeslage nochmal für Sie rausgesucht: Also, Sie dürfen im Freien mit sieben Geimpften aus 18 genesenen Haushalten und bis zu 21 getesteten Kindern unter 14 Jahren gucken - bei einer Inzidenz über 150 allerdings nur in Schwarzweiß. Da gehts doch in der Ahoy-Arena in Rotterdam schon ein bisschen unkomplizierter zu. Da sind 3500 Leute am feiern."

Die diesjährigen Favoriten

Als Favoriten gelten diesmal die Beiträge von Italien, Frankreich, Malta, der Ukraine und der Schweiz. Das Siegerlied steht nach der traditionell komplizierten Punktevergabe gegen 1 Uhr nachts fest.

Moderiert wird das Finale unter anderem von Jan Smit, den viele als Teil des Schlagertrios Klubbb3 kennen - neben dem Belgier Christoff De Bolle und Florian Silbereisen.

Mit ihm moderieren Chantal Janzen, Edsilia Rombley und die Webvideoproduzentin NikkieTutorials. Sie ist transgender und gilt als eine der einflussreichsten Kosmetik-Influencerinnen überhaupt.

Deutschland hat den ESC bislang zweimal gewonnen: 1982 mit Nicole ("Ein bisschen Frieden") und 2010 mit Lena ("Satellite"). In den vergangenen Jahren landete Deutschland meist sehr weit hinten, außer 2018 mit Michael Schulte ("You Let Me Walk Alone") auf Platz vier.

Neben den Zuschauern stimmen auch nationale Fachjurys über die Beiträge ab. Für Deutschland sind das diesmal Janin Ullmann, Ivy Quainoo, Matthias Arfmann, Uwe Kanthak und Constantin Zöller.

Am Ende gewinnt der Song mit den meisten Punkten. Zuschauer können per Telefon, SMS und App ihre Stimme abgeben, aber nicht fürs eigene Land stimmen.