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Schlagersänger Jürgen Drews ("Ein Bett im Kornfeld") will seine Karriere beenden und sich zum Ende des Jahres von der Bühne verabschieden. Das kündigte der 77-Jährige am Samstagabend in der ARD-Show "Die große Schlagerstrandparty" mit Florian Silbereisen an. Er wolle sich beim Schicksal bedanken, sagte Drews mit Tränen in den Augen. Es sei eine schöne Zeit gewesen. Seinen letzten Auftritt wolle er im Herbst in einer der Schlager-Shows mit Florian Silbereisen haben.

"Es ist an der Zeit, mein Privatleben auf Platz eins zu stellen. Man wird mich in diesem Jahr noch bei der einen oder anderen Veranstaltung treffen und im Fernsehen sehen können, aber zum Ende dieses Jahres werde ich mich von der Bühne verabschieden", sagte Drews im Interview der "Bild am Sonntag". Er sei nicht mehr so belastbar wie früher und spüre, dass es ihm unheimlich gut tue, zu Hause zu sein.

Drews hatte Ende Mai bereits angekündigt, vorerst kürzer treten zu wollen - er berichtete, an der Nervenkrankheit Polyneuropathie erkrankt zu sein. Im aktuellen Interview sagte er nun: "Ich habe keine Schmerzen, aber der Körper und das Befinden verändern sich." Er spüre auch die Begleiterscheinungen des Alters, sei häufiger müde als früher und habe "halt so seine Zipperlein". Und seine berühmte Pirouette sei nicht mehr so flink wie früher.

Über seinen künftigen Rückzug sagte Drews: "Bestimmt wird mir die Bühne auch mal fehlen, aber ich habe ja in den über 60 Jahren, die ich diesen Job schon mache, wirklich alles erlebt."

Tränen in den Augen

In der Live-Sendung im Ersten sang Drews zuerst seinen Hit "Ein Bett im Kornfeld", dann verkündete er gemeinsam mit Ehefrau Ramona seinen Abschied. Beide hatten Tränen in den Augen - auch Moderator Silbereisen und viele Menschen im Publikum waren sichtlich gerührt.

Drews, aufgewachsen in Schleswig-Holstein, hatte zwar einst als veritabler Jazzmusiker begonnen. Richtig populär wurde er aber mit süffigen Schlagern Mitte der 70er Jahre. "Ein Bett im Kornfeld", sein großer Hit, lebt eindeutig von der jugendlichen Kribbeligkeit, die er "zwischen Blumen und Stroh" vermittelt. Später wurde Drews zum "König von Mallorca" und damit Ikone einer Szene, in der die Gesundheit für eine gute Party im Zweifel auch mal hintenan gestellt wird.

Zugleich hat Drews aber auch immer durchblicken lassen, dass man seine Rolle nicht überinterpretieren dürfe. "Ich bin einfach ein Mensch wie jeder andere auch, und mein Job ist es, Musik zu machen und die Leute damit zu unterhalten", erklärte er, als seine Autobiografie ("Es war alles am besten") erschien. Er sei im Grunde "Dienstleister"