- Bildquelle: dpa © dpa

Wegen seiner "trefflich lockeren Zunge" hat die Kitzinger Karnevalsgesellschaft (Kikag) dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) den sogenannten Schlappmaulorden verliehen. Die Auszeichnung erhielt Söder in der Prunksitzung der Karnevalsgesellschaft am Rosenmontag.

"Er mag Süßes"

Söder bezeichnete den Orden vor 600 Gästen als eine "große Ehre". Die Laudatio hielt der Preisträger des vergangenen Jahres, Söders Stellvertreter und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). In seiner Rede nahm er Söder auf die Schippe. "Er mag Schwarzwälder Kirsch und die Raumfahrt. Er mag Süßes und will hoch hinaus." Daher habe Söder auch das Zeug zum Kanzlerkandidaten der Union, meinte Aiwanger.

Im Wettbewerb darum solle er die "Boygroup aus Nordrhein-Westfalen" in Zaum halten, verlangte der Minister mit Blick auf die bisher sämtlich aus NRW stammenden, bisher gehandelten CDU-Kandidaten. An Söder gewandt sagte Aiwanger: "Schau Dir das eine Weile an. Und wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, dann schlägst Du zu. Vielleicht machen wir's gemeinsam, Du machst Kanzler - und ich mach das Drumherum."

Söder konterte in Anspielung auf die Zusammenarbeit mit dem gelernten Landwirt Aiwanger im bayerischen Kabinett, er sei nun kurz vor der Anmeldung zur Prüfung zum landwirtschaftlichen Gehilfen. "Ich kenne mich jetzt aus mit Schleppschläuchen und Schleppschuhen. Ich träume schon manchmal von Sickersäften."

"Dann freut man sich"

Mit Blick auf den Vorfall im hessischen Volkmarsen, bei dem ein Mann mit seinem Auto in den Rosenmontagszug fuhr, sagte Aiwanger: "Lassen wir uns den Fasching nicht verleiden, denn sonst hätten diese Leute erreicht, was sie wollen. Wenn man Lieder singt und schunkelt und Wein trinkt, dann fährt man nicht absichtlich in Menschen, sondern dann freut man sich, dann sieht man die Dinge positiv."

Seit 1989 zeichnen die Kitzinger Narren Prominente aus, die durch "eine gar trefflich lockere Zunge und ein schlagkräftiges Wort" in Erscheinung treten.

Zu den bisherigen Ordensträgern zählen unter anderem Helmut Kohl (CDU), Hans-Dietrich Genscher (FDP), Claudia Roth (Grüne), Bayerns ehemalige Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU), CSU-Rebellin Gabriele Pauli, Sternekoch Alfons Schuhbeck, Günther Beckstein (CSU) und Sportkommentator Marcel Reif.