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Eine mafiaartige Gruppe soll in Nordrhein-Westfalen illegalen Handel mit Sprachzertifikaten für die deutsche Staatsbürgerschaft betreiben. Ein Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft bestätigte am Mittwoch entsprechende Ermittlungen im Bereich der Organisierten Kriminalität. Der Hinweis auf die Machenschaften sei von der "Bild"-Zeitung gekommen. Systematisch sollen Ausweispapiere manipuliert worden sein, damit sprachkundige Kandidaten unter falschem Namen die Prüfungen in mehreren Städten antreten konnten.

Bei einer Razzia in einem Düsseldorfer Sprachinstitut hatte die Bundespolizei am Dienstag acht Teilnehmer eines offiziellen Deutschtests vernommen. Außerdem seien drei mutmaßliche Hintermänner der Organisation festgenommen und ihre Wohnungen durchsucht worden. Einer von ihnen sei am Mittwoch von einem Haftrichter in Untersuchungshaft geschickt worden. In den Wohnungen seien Anmeldungen für weitere Sprachtests sowie ein gefälschter Ausweis gefunden worden.

10.000 Euro für gefälschtes Zertifikat

Die Staatsanwaltschaft gehe dem Hinweis nach, wonach die Sprachzertifikate bereits seit langem und im großen Stil in mehreren Städten Nordrhein-Westfalens gehandelt würden. Demnach handele es sich dabei stets um Zertifikate mit dem Sprachniveau B1. Dieses Niveau werde für die deutsche Staatsbürgerschaft benötigt. Nach Angaben der "Bild"-Zeitung seien gut 10.000 Euro für ein Zertifikat gezahlt worden.