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Weltweit steigt die Zahl der Corona-Infektionen, und auch in Deutschland bietet der Trend Anlass zu Sorge. "Es handelt sich weltweit und in Deutschland um eine sehr dynamische und ernst zu nehmende Situation", schrieb das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstag in seinem Lagebericht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) registrierte am Freitag innerhalb von 24 Stunden die Rekordzahl von 284 196 Fällen. Am Samstagabend lag der Wert mit 284 083 ähnlich hoch.

Auch in Deutschland war die Zahl der registrierten Neuinfektionen gegen Ende der vergangenen Woche deutlich gestiegen. Das RKI hatte am Donnerstag und Freitag jeweils rund 800 neue Fälle registriert. Es hatte die Entwicklung "sehr beunruhigend" genannt und an die Bevölkerung appelliert, Abstands- und Hygieneregeln konsequent einzuhalten.

Bis Samstagabend registrierte die Behörde 305 neue Fälle. Die Zahlen sind am Wochenende allerdings tendenziell niedriger als an Werktagen, weil nicht alle Gesundheitsämter ihre Werte übermitteln. Insgesamt waren laut RKI seit Beginn der Corona-Krise 205 269 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 26.7., 0.00 Uhr). Demnach starben bundesweit 9118 mit dem Virus infizierte Menschen. Bis Sonntagmorgen hatten 190 000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Demnach sind in Deutschland mehr als 6000 aktive Infektionen registriert.

500 Unter Quarantäne

Nach einer Masseninfektion standen auf einem großen Bauernhof im niederbayerischen Mamming fast 500 Menschen unter Quarantäne und durften den Betrieb nicht verlassen. Insgesamt 174 Erntehelfer wurden dort positiv auf Sars-Cov2 getestet, wie das Landratsamt Dingolfing-Landau am Samstagabend mitteilte.

Weltweit die mit Abstand meisten Infektionen binnen eines Tages verzeichneten laut WHO bis Samstagabend die USA mit rund 72 000 neuen Fällen und Brasilien mit fast 60 000. Aus Indien wurden fast 49 000 Neuinfektionen gemeldet, aus Südafrika etwa 14 000. Weltweit wurden der WHO zufolge seit Beginn der Epidemie Ende des vergangenen Jahres bis Samstag knapp 15,6 Millionen Infektionen gemeldet. Mehr als 635 000 Menschen starben nachweislich mit einer Coronavirus-Infektion.

3 Länder besonders betroffen

WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte zu der Entwicklung kürzlich, man sehe intensive Übertragungen "in einer relativ kleinen Gruppe von Ländern". Demnach entfallen fast die Hälfte aller bisherigen Fälle auf nur drei Länder: Die USA, Brasilien und Indien hatten bis Samstag zusammen mehr als 7,6 Millionen Fälle registriert. Fast zwei Drittel aller Infektionen gehen laut Tedros auf zehn Länder zurück.

Angesichts der internationalen Entwicklung können sich Rückkehrer aus dem Auslandsurlaub seit dem Wochenende auf mehreren Flughäfen in Deutschland kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Die Airports in München, Nürnberg, Düsseldorf, Köln/Bonn und Dortmund bieten seit Samstag erstmals kostenfreie Untersuchungen an. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) prüft "auch eine rechtliche Verpflichtung" für solche Tests.