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Angesichts des enormen Flüchtlingsandrangs und der abwehrenden Haltung der Alternative für Deutschland (AfD) kann die Partei derzeit so viele neue Mitglieder begrüßen wie lange nicht mehr. Pro Tag gingen fünf Aufnahmeanträge in den Parteibüros ein, teilte Sprecher Christian Lüth am Donnerstag mit. Die meisten Antragsteller seien zuvor nicht Mitglieder einer anderen Partei gewesen. Relativ viele Beitrittswünsche verzeichne man außerdem von ehemaligen Mitgliedern der FDP und der CDU.

Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry führt diesen Zuwachs unter anderem auf die Position ihrer Partei in der aktuellen Asyldebatte zurück. "Die AfD vertritt die Interessen derer, denen die anderen Parteien längst den Rücken gekehrt haben", sagte sie. Petrys Stellvertreter Alexander Gauland hatte eine vorübergehende Aussetzung des Asylrechts in Deutschland gefordert.

Die AfD hat nach eigenen Angaben derzeit 18 468 Mitglieder und Förderer. Sie hatte im vergangenen Sommer Tausende von Mitgliedern verloren, nachdem Parteigründer Bernd Lucke und weitere Angehörige des liberal-konservativen Flügels die Partei verlassen hatten. Dieser Schwund konnte durch Eintritte neuer Mitglieder noch nicht komplett ausgeglichen werden. Lucke hatte seinen Austritt mit einem "Rechtsruck" der AfD begründet, den Petry bestreitet.