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Die "New York Times" hat ein neues Licht auf frühere Geschäftsbemühungen von US-Präsident Donald Trump in China geworfen und berichtet über die Existenz eines bisher unbekannten Kontos dort. Es tauche nicht in öffentlich zugänglichen Auflistungen von Trumps persönlichen Vermögenswerten auf, da es unter dem Firmennamen Trump International Hotels Management geführt werde, schrieb das Blatt am Dienstag (Ortszeit) unter Berufung auf Steuerunterlagen. In der Vergangenheit hat sich Trump immer wieder kritisch über US-Firmen geäußert, die in China Geschäfte machen.

Das Blatt berichtete auch über Konten in Großbritannien und Irland. Diese liefen über Unternehmen, die Trumps Golfplätze in Schottland und Irland betreiben. Unklar sei, wie viel Geld durch die Auslandskonten geflossen sei. Dem Blatt liegen nach eigenen Angaben Steuererklärungen Trumps und Hunderter seiner Firmen aus mehr als zwei Jahrzehnten vor.

Mehr Steuern in China als in den USA entrichtet

Das Konto in China sei eingerichtet worden, nachdem das Unternehmen ein Büro dort eröffnet habe, um "das Potenzial für Hotel-Deals in Asien zu erkunden", sagte Alan Garten, Anwalt der Trump Organization, der "New York Times". Das Konto sei nie für andere Zwecke verwendet worden. Von 2013 bis 2015 soll das Unternehmen den Unterlagen zufolge Steuern in Höhe von rund 190 000 Dollar (knapp 160.000 Euro) in China bezahlt haben.

Die "New York Times" hatte zuvor berichtet, dass Trump 2016 und 2017 lediglich jeweils 750 Dollar Einkommensteuer auf Bundesebene zahlte, obwohl der ehemalige Unternehmer sich stets mit seinem Reichtum rühmt. Normalerweise veröffentlichen Präsidentschaftskandidaten im Wahlkampf ihre Steuererklärungen. Trump tat das bislang nicht und begründet dies damit, dass die Steuerbehörden seine Bücher prüften.

Mit Blick auf die Präsidentenwahl am 3. November hat der Republikaner immer wieder versucht, seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden als zu schwach gegenüber China darzustellen. Biden hatte seine Steuererklärung freiwillig veröffentlicht. Diese deuteten auf keinerlei Geschäftsbeziehungen zu China hin.