Pflegebedürftige sollen nach dem Willen von Union und SPD verlässlicher einen Platz für eine kurze Versorgung in einem Heim bekommen. «Der Bedarf an Kurzzeitpflege wächst kontinuierlich, das Angebot an Plätzen stagniert», sagte SPD-Fraktionsvize Bärbel Bas am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. «Hier müssen wir nachsteuern.» Die Koalitionsfraktionen wollen dies in einem Antrag untermauern, wie zuerst die «Süddeutsche Zeitung» (Freitag) berichtete. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Patientenschutz gibt es derzeit 10 800 Plätze bei insgesamt 2,6 Millionen ambulant versorgten Pflegebedürftigen.

Bei der Kurzzeitpflege geht es um einen befristeten Heim-Aufenthalt, auf den Pflegebedürftige etwa nach einer Behandlung im Krankenhaus angewiesen sein können - oder wenn eine Pflege zu Hause zeitweise nicht möglich ist. SPD-Expertin Bas erläuterte, Länder, Kommunen, Einrichtungen und Pflegekassen hätten gemeinsam einen gesetzlichen Auftrag, die Versorgungsstruktur auszubauen. In dem Antrag wollten die Koalitionsfraktionen die Bundesregierung nun auffordern, diesen Auftrag so zu konkretisieren, dass er auch realisiert werden könne.

Wie auch die «Süddeutsche Zeitung» berichtete, zielt der schwarz-rote Vorstoß darauf, den Anspruch auf Kurzzeitpflege zu stärken. Gestärkt werden solle dafür eine «wirtschaftlich tragfähige Vergütung». Bereitgestellt werden sollten zudem Mittel, damit Patienten, die nach einem Klinikaufenthalt erst einmal ins Pflegeheim gehen, dort auch bei der Organisation ihrer späteren Wohnsituation unterstützt werden.

Laut Deutscher Stiftung Patientenschutz wird es immer schwerer, Kurzzeitpflegeplätze als Unterstützung zu finden. «Seit Jahren fahren die Einrichtungen diese Angebote zurück. Für viele ist es nicht lukrativ», sagte Vorstand Eugen Brysch der dpa.

Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, die Angebote für eine verlässliche Kurzzeitpflege zu stärken, «indem wir eine wirtschaftlich tragfähige Vergütung sicherstellen». Zu einer guten Versorgung gehörten auch Angebote der Kurzzeit-, sowie der Tages- und Nachtpflege, die besonders pflegende Angehörige entlasten.