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Frank Kramer herzte seine überglücklichen Arminia-Profis, Oliver Glasner gratulierte mit versteinerter Miene. Arminia Bielefeld hat durch den ersten Sieg bei den der Frankfurter Eintracht seit anderthalb Jahrzehnten den Abstiegsrelegationsplatz vorerst verlassen und die frustrierende Sieglosserie der Hessen im neuen Jahr verlängert. "Wir wollten hinten kompakt stehen und vorne unsere Chancen nutzen, das ist auf jeden Fall sehr gut aufgegangen", sagte Bielefelds Torschütze Patrick Wimmer.

Die Arminia feierte am Freitagabend zum Auftakt des 20. Spieltags in der Fußball-Bundesliga einen 2:0 (2:0)-Sieg bei der Eintracht. Wimmer brachte die Gäste in der fünften Minute mit dem schnellsten Arminia-Tor seit der Rückkehr ins Oberhaus in Führung, ehe er mit einer spektakulären Vorarbeit den Treffer von Alessandro Schöpf 22 Minuten später auflegte.

In der Tabelle kletterten die seit fünf Spielen ungeschlagenen Bielefelder mit 21 Punkten vorerst auf den 14. Platz. Die Frankfurter (28) verpassten den Sprung auf die internationalen Ränge, sie bleiben zumindest für eine weitere Nacht Achter. "Wir haben es wieder nicht konsequent verteidigt und vor dem Tor haben wir große Mühe, die Bälle ins Netz zu schießen", sagte Frankfurts Djibril Sow: "Natürlich kommt jetzt wieder der Druck."

Nicht nur den Beginn der Partie hatten sich die Hessen so nicht vorgestellt. Schon wieder kassierten sie ein frühes Gegentor. Das sechste in dieser Saison in der Anfangsviertelstunde. Auf der linken Abwehrseite ließen sie die Bielefelder gewähren. Als der Ball nach einem uneffektiven Klärungsversuch bei Wimmer landete, zog der Österreicher zu seinem dritten Saisontor ab. Kevin Trapp, der wie Filip Kostic nach einer überstandenen Corona-Infektion in die Startelf zurückgekehrt war, hatte keine Chance.

Dass die Eintracht von Trainer Glasner deutlich mehr Spielanteile und Ballbesitz hatte, spielte keine Rolle gegen sehr eifrige und kämpferische Bielefelder. Bis auf einen Fernschuss von Daichi Kamada (12.) und allerdings einer Riesenchance von Jesper Lindström (16.) sprang nicht viel heraus für Frankfurt. Stattdessen erwiesen sich die Bielefelder von Trainer Kramer nach ihrem schnellsten Tor seit dem Aufstieg als Effizienzexperten und legten den zweiten Treffer nach.

"Kein Vertrauen in meinen linken Fuß"

Wieder kam die Arminia über rechte Angriffsseite, nur dass diesmal Wimmer bei einer österreichischen Produktion die Vorarbeit leistete. Und wie! Hinter dem Standbein spitzelte er den Ball vors Trapp-Tor, Schöpf drückte ihn mit der Brust über die Linie ins kurze Eck. "Im Training probiert man das eher mal aus Spaß", sagte Wimmer danach beim Sender DAZN und ergänte: "In der Situation hatte ich kein Vertrauen in meinen linken Fuß."

Teamkollege Schöpft war laut Bundesliga bis dahin mit 25 Fehlversuchen der erfolgloseste Schütze im Oberhaus. Dass die Kramer-Elf mit der Zwei-Toreführung in die Pause gehen konnte, hatten sie auch Keeper Stefan Ortega zu verdanken, der gegen Rafael Borré (35.) mit einem Klasse-Reflex parierte.

Von statistischen Vorteilen konnten sich die Frankfurter auch nach der Pause im Duell der laufstärksten Teams der Liga nichts kaufen. Deutlich bessere Passquote - aber weiter kein Tor. Erneut vergab dabei Lindström eine sehr gute Möglichkeit (56.), Rückkehrer Kostic traf danach nur das Außennetz. Die Bielefelder verteidigten letztlich bis zum Schlusspfiff ihren Vorsprung und hatten durch Florian Krüger (67.) und noch einmal Wimmer (72.) sogar die Chance auf den dritten Treffer.