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Auf der Mercedes-Strecke von Austin hat WM-Spitzenreiter Max Verstappen US-Fan Lewis Hamilton überraschend die Pole Position weggeschnappt. Der Niederländer verwies am Samstag (Ortszeit) den britischen Formel-1-Superstar um recht deutliche 0,209 Sekunden auf den zweiten Platz. "Das fühlt sich richtig gut an", jubelte Verstappen nach der starken Leistung vor begeisterten Zuschauern in Texas. Für ihn war es bereits die neunte Pole Position der Saison und die erste auf dem Circuit of the Americas in den USA.

Hamilton, der im ersten Training am Freitag noch fast eine Sekunde schneller war als Verstappen, kam auf der entscheidenden letzten Runde in seinem Mercedes einfach nicht ran. "Ich habe alles gegeben, wir hatten etwas zu kämpfen in der Quali", berichtete er. "Die Jungs waren unglaublich schnell in der Quali. Ich habe alles gegeben aber das war so ziemlich alles, was wir hatten."

Alle acht bisherigen Formel-1-Rennen auf der Strecke in Austin wurden von Fahrern gewonnen, die aus der ersten Reihe ins Rennen gestartet waren. Rekordhalter ist Hamilton mit bislang fünf Siegen. Bei den vergangenen sechs Auflagen holte sich jeweils ein Mercedes-Fahrer die Pole Position, vor der Corona-Zwangspause war das 2019 Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas - diese Serie ist nun gerissen. Bottas kam hinter Sergio Perez im Red Bull auf Rang vier, verlor wegen einer Strafe für seinen Motorenwechsel aber noch fünf Plätze.

Hamilton und Verstappen kamen sich am Samstag nicht in die Quere - tags zuvor sah das noch ganz anders aus. Da drängte sich der Titelverteidiger mit seinem Mercedes vor den Red Bull von Verstappen und lieferte sich ein Rad-an-Rad-Duell über die komplette Start- und Zielgerade - im zweiten Training war Verstappens angepeilte schnelle Runde somit schon ruiniert, bevor sie richtig begonnen hatte. Als "dummen Idioten" beschimpfte der Niederländer Hamilton daraufhin und streckte ihm den Mittelfinger hinterher.

Vettel kaum unter Druck

Sebastian Vettel hat mit den Rangeleien im Titelkampf nichts zu tun und war nicht nur deswegen in der Qualifikation kaum unter Druck - wegen eines Motorentauschs und weiterer Teile war schon von vornherein klar, dass er mit seinem Aston Martin am Sonntag vom Ende des Feldes starten wird. Platz zwölf aus der Qualifikation machte nur dahingehend einen Unterschied, dass die ebenfalls bestraften Fernando Alonso im Alpine und George Russell im Williams noch hinter ihm starten müssen.

Vor den Piloten mit Strafen gehen die Haas-Fahrer Nikita Masepin und Mick Schumacher ins Rennen. Der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher war dabei ein weiteres Mal besser als sein Teamkollege aus Russland, die beiden trennten 0,297 Sekunden. "Es ist schade, ich musste auf die Waage mit dem Auto, das hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dadurch waren wir ganz hinten. War halt einfach ein bisschen unglücklich", sagte Schumacher bei Sky. Er berichtete zudem von Problemen mit den passenden Reifentemperaturen, um das Bestmögliche aus seinem Auto herauszuholen