Abnehmen

Diät ohne Jojo-Effekt

13.04.2012 • 10:00

Jedes Jahr gibt es eine neue Trend-Diät - doch nach anfänglicher Euphorie folgt oft der Jojo-Effekt. Das liegt meist an der Einseitigkeit der Diät. Neben einer Ernährungsumstellung gibt es weitere Faktoren, die für eine erfolgreiche Gewichtsabnahme wichtig sind.

Jojo-Effekt – ein allgemein bekanntes Problem

Das Phänomen Jojo-Effekt ist bekannt: Wochenlang gab's Knäckebrot statt Croissants. Anstatt gemütlich auf der Couch zu liegen, haben Sie geschwitzt: beim Joggen, Radeln oder Schwimmen. Viele Frauen und Männer hungern sich mühsam auf ihr Wunschgewicht herunter und nach dem Purzeln der Kilos folgt die Kehrtwende, der so genannte Jojo-Effekt.

Kaum ist das Wunschgewicht erreicht, schleichen sich die Kilos wieder langsam aber stetig auf die Waage. Oder vielmehr auf die Hüften, Oberschenkel und überall dorthin, wo sie nicht hingehören. Am Ende wiegt man häufig sogar mehr als vor der Diät. Bittere Enttäuschungen sind vorprogrammiert. Dabei lässt sich dieser kiloschwere Bumerang durchaus vermeiden.

Der Jojo-Effekt ist schuld

Professor Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sportschule Köln klärt auf: Ganze 72 Prozent der Diätwilligen wiegen wegen des Jojo-Effekts nach einem Jahr mehr als zuvor. Seinen Ursprung hat der Jojo-Effekt in der Diät selbst. Wenn dem Körper beim Abnehmen Energie vorenthalten wird, schaltet er in einen Sparmodus, der bis zu zwölf Monate anhalten kann. Man nimmt also durch die Diät weniger Energie auf und verbraucht entsprechend auch weniger Energie - und zwar langfristig. Solange die Diät andauert, wirkt sich dieser Umstand allerdings noch nicht negativ aus. Brenzlig wird es erst, wenn die Diät zu Ende ist. Dann stellt sich der gefürchtete Jojo-Effekt ein.

Stellt sich die Frage: Wie lässt sich dieser Weg bei der nächsten Diät vermeiden? Das Anti-Jojo-Prinzip soll helfen.

Mit dem normalen Essen setzt der Jojo-Effekt ein

Um dauerhaft abnehmen zu können, reicht es nicht einfach aus, auf Nahrung zu verzichten. Denn: Wenn das tage- oder wochenlange Hungern ein Ende hat, die Diät scheinbar erfolgreich beendet wird, ist für den Körper die Phase der verminderten Energieaufnahme nicht vorbei. Er verbleibt in dem Energiesparmodus und öffnet so Tür und Tor für den Jojo-Effekt. Wenn nun wieder normal gegessen wird, speichert der Körper die überschüssige Energie, die er nicht verbraucht, einfach im eigenen Fettreservoir ab. Die Folge: Der Jojo-Effekt setzt ein, Sie nehmen wieder zu.

Gesunde Ernährung ist zentral

Hören Sie nach der Diät nicht auf, sich gesund zu ernähren! Sie müssen nicht auf alles verzichten. Doch achten Sie darauf, vor allem magere Varianten ihrer Lieblingsspeisen zu sich zu nehmen. Fisch, mageres Fleisch, Gemüse sowie fettarme Milchprodukte sind völlig okay. Fettiges und Süßes sollten besser von Ihrer Einkaufsliste verschwinden, um den Jojo-Effekt zu vermeiden. Nur wer seine Ernährung dauerhaft umstellt, kann sein Gewicht halten.

Tipp: Reduzieren Sie die Anzahl der Kohlenhydrate im Tagesverlauf zugunsten von Low-Carb-Lebensmitteln. Während morgens Vollkornbrote noch in Ordnung sind, sollten Sie abends besser auf Eiweiße setzen, also zum Beispiel Eier, Salat oder Pute.

Jojo-Effekt geht auf Schutzfunktion zurück

Warum aber verbleibt der Körper überhaupt im Energiesparmodus und löst damit nach der Diät den Jojo-Effekt aus? Weil er vorausschauend arbeitet. Er versucht den Mangel, der durch das wenige Essen entsteht, nicht nur für den Moment, sondern auch für die Zukunft zu verwalten - auch, wenn der Mangel dann gar nicht mehr vorhanden ist. Das ist eine biologische Schutzfunktion, die dem Überleben dient. Wer also dauerhaft abnehmen will, muss auch während der Diät ausreichend essen.

Sport und Bewegung bringen Erfolge

Ein effektives Training, bestehend aus Ausdauer- und Kraftsport, lässt dem Jojo-Effekt keine Chance. Es ist sogar äußerst gesundheitsfördernd und hält langfristig fit. Regelmäßigkeit ist hier das Stichwort. Versuchen Sie, sich für das Abnehmen im Alltag mehr zu bewegen. Das heißt, laufen Sie besser die Treppe hoch, anstatt mit der Rolltreppe oder dem Aufzug zu fahren. Im Berufsalltag empfiehlt es sich, häufiger einmal aufzustehen und spazieren zu gehen, um den Kalorienverbrauch anzukurbeln.

Mit dem Anti-Jojo-Prinzip den Jojo-Effekt ausschalten

Erst abnehmen, dann im Rekordtempo wieder zunehmen: Der Jojo-Effekt rührt daher, dass eine Diät oft zu einseitig ist und nur auf die Ernährung beziehungsweise die Einschränkung der selbigen abzielt. Doch eine Diät muss mehr Faktoren berücksichtigen, um den Jojo-Effekt zu vermeiden. Hierzu zählen etwa die  körperliche Aktivität, das Immunsystem, die Verdauung und Entgiftung des Körpers. Nur wenn all diese Faktoren in die Diät einfließen, kann der Abnehm-Versuch erfolgreich sein. Das Zählen von Kalorien alleine, ist also die falsche Strategie und führt letztendlich nur zu einer erneuten Gewichtszunahme.

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