Ratgeber

Abnehmdrinks im Vergleich

Gewicht verlieren durch Abnehmpulver

Im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde sind sogenannte Formula-Diäten, Abnehmdrinks aus Diätpulver, die feste Mahlzeiten ersetzen und so die Gewichtsreduktion unterstützen sollen. Auf dem Markt gibt es viele verschiedene Produkte. Doch was versprechen und was halten sie? SAT.1 hat den Vergleich angestellt.

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© Pixabay.com

Abnehmdrinks: Flüssiges statt Mischkost?

Wer abnehmen möchte, muss in den sauren Apfel beißen? Nicht bei den Formula-Diäten, denn alles, was Sie brauchen, um damit leicht abnehmen zu können, sind spezielle Abnehmpulver. Die werden mit fettarmer Milch oder Wasser angerührt und es gibt sie von unterschiedlichen Anbietern in verschiedenen Geschmacksrichtungen.

Was steckt in dem Abnehmpulver drin?

Pulver zum Anrühren von Abnehmdrinks ist in der Apotheke und im Supermarkt erhältlich. Je nach Produkt enthält es Proteine aus unterschiedlichen Quellen wie Soja, Milch, Molke oder Lupina. Darüber hinaus werden dem Pulver Vitamine, Mineralstoffe und essenzielle Fettsäuren beigemengt, die den Tagesbedarf an Nährstoffen decken. Die Zusammensetzung der Abnehmpulver ist durch die deutsche Diätverordnung geregelt, weshalb sich die einzelnen Produkte lediglich im Geschmack voneinander unterscheiden.

Wie wirkt der Diäthelfer?

Pulver zum Abnehmen wird mit Wasser oder Milch zu einem Getränk angerührt und ersetzt eine oder mehrere Mahlzeiten täglich. Aufgrund der geringen Kaloriendichte fördern die Abnehmdrinks die Gewichtsreduktion. Während ein erwachsener Mensch durchschnittlich zwischen 2.000 und 3.000 Kalorien am Tag verbraucht, beträgt eine Tagesration an Pulver zum Abnehmen lediglich 800 bis 1.200 Kalorien. Wer seine Nahrung zum Teil oder ganz auf den Diäthelfer beschränkt, nimmt weniger Kalorien zu sich, als der Körper benötigt, wodurch die Fettreserven abgebaut werden.

Die bekanntesten Abnehmdrinks im Vergleich

Die BCM-Diät beispielsweise sieht in den ersten beiden Tagen fünf Abnehmdrinks täglich vor - in süßer und herzhafter Form. Die Auswahl an Geschmacksrichtungen ist bei dem Diätpulver allerdings begrenzt: Neben Schoko, Vanille und Erdbeere kommen mit Cappuccino zwar auch Koffeinjunkies auf ihre Kosten, wer neben den süßen Varianten aber auch kein Gemüse mag, hat ein Problem.

Ähnlich aufgebaut und einseitig sind die Abnehmdrinks der BodyMed- und FormMed-Kur. Auf ein Abnehmen mit Genuss darf hier niemand hoffen. Etwas vielfältiger ist die amapur-Diät, die nicht nur Suppen und Müslipulver, sondern auch Frappés, Protein-Drinks und Kekse im Programm hat. Himbeere, Kartoffel-Dinkel, Spargel, Curry, Mocca - die Auswahl ist groß und verhindert so eine Verkümmerung der Geschmacksnerven. Während allerdings die BCM-Diät ab dem dritten Tag eine Mischkost täglich vorsieht, ist zusätzliches Essen neben den Abnehmdrinks bei amapur tabu. Der Drink ist also eine Monodiät der ganz eigenen Art.

Etwas komplexer geht es bei Optifast zu, denn hier gibt es vier Phasen: Einführung, Fasten, Umstellung und Stabilisierung. Das alles natürlich mit speziellen Abnehmdrinks, die besonders konzentriert in der Fastenphase zum Einsatz kommen. Allerdings ist diese Diät nur für stark übergewichtige Menschen ab einem Body-Mass-Index von 30 geeignet. Das Plus ist eine medizinische Begleitung in Form einer Therapie und regelmäßige Einzel- und Gruppentreffen.

Kosten für das Diätpulver im Vergleich

Wer via BCM, amapur und Co. abnehmen möchte, muss Zeit mitbringen und Geduld haben, denn von heute auf morgen kann man nicht zum Wunschgewicht gelangen. Die meisten Diäten, zu denen die Abnehmdrinks gehören, sind auf mehrere Wochen ausgelegt, das Optifast-Programm dauert sogar etwa ein ganzes Jahr. Und die Kosten? Die reichen von knapp 150 Euro für Start- und Testpaket bei der BCM-Diät, über 220 Euro bei amapur bis hin zu 250 Euro pro Monat für die Optifast-Diät. Am günstigsten sind die BodyMed- und FormMed-Diät für 45 bis 60 Euro für die Diätprodukte zuzüglich normaler Mahlzeiten.

Vorteile und Nachteile von Abnehmdrinks

Ein Vorteil von Abnehmpulver ist, dass es eine schnelle Gewichtsreduktion ermöglicht. Dies wirkt vor allem auf stark übergewichtige Menschen, die einen starken Gewichtsverlust anstreben, motivierend. Zudem sind die Diätpulver sehr praktisch, da sie mit wenig Aufwand verbunden sind und sich leicht in den Alltag integrieren lassen. Doch dieser Vorteil ist zugleich ein Nachteil: Wer langfristig abnehmen möchte, ohne sich sein Leben lang von Abnehmdrinks zu ernähren, muss seine Ess- und Bewegungsgewohnheiten grundlegend verändern. Geschieht dies nicht, ist ein Jojo-Effekt nach der Diät sehr wahrscheinlich. Dann wäre vielleicht doch klüger, täglich seine "Weight Watchers"-Punkte zu berechnen.

Abnehmpulver ist nicht für jeden etwas

Abnehmen mit Abnehmdrinks kann funktionieren, ist aber einseitig und oft nicht notwendig. Auch wenn manch einer auf Almased-Drinks und Co. schwört. Der Grund: Wer sich eiweißreich und zugleich kohlenhydratarm ernährt, nimmt schneller ab und reduziert die Gefahr eines Jojo-Effekts. Das besagt eine Diätstudie aus Dänemark. Das geht natürlich auch ohne Abnehmpulver - und zwar mit einer ausgewogenen Ernährung aus magerem Fleisch, Fisch, Produkten aus fettarmer Milch und dem Verzicht auf Süßigkeiten und allzu Fettiges. Gesundes Einkaufen ist also der erste Schritt zum Glück.

Für stark übergewichtige Menschen können Abnehmdrinks aber durchaus hilfreich sein, sofern sie unter medizinischer Betreuung angewendet werden. Andernfalls drohen Verdauungsprobleme, Nervosität, Herzrhythmusstörungen und Schlimmeres. Also: Finger weg von Abnehmdrinks - es sei denn, Ihr Arzt rät Ihnen dazu. Alternativ lassen sich harmlose Abnehmshakes auch selber machen.

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