Ratgeber

Bio oder Vegan? Sind Naturprodukte in der Kosmetik besser und gesünder?

Natürlich schön mit Naturkosmetik

Unsere Gesellschaft befindet sich in einer Zeit des Wandels, was das eigene Kaufverhalten betrifft. Nach vielen Jahren unbeschwert unreflektierten Konsums, beginnen wir heute zu hinterfragen, was wir eigentlich kaufen, was in den Produkten enthalten ist und wo sie herkommen. Dieses Umdenken hat viele positive Effekte. Nicht allein die Produzenten kommen unter Zugzwang, die Herstellungsprozesse anzupassen oder neu aufzustellen; Pestizide und andere Schadstoffe werden weniger eingesetzt und auch wir Endverbraucher profitieren: Unsere Nahrung ist gesünder, die Kleidung weniger schadstoffbelastet und selbst unsere Möbel werden heute schadstoffarm hergestellt. In Hinblick darauf ist es eine gute Idee, sich auch einmal mit dem Thema Naturkosmetik auseinanderzusetzen.

Natürliche Zutaten für Kosmetik aufgereiht in durchsichtigen Behältern
Kräuter, Früchte, Samen und Nüsse sind natürliche Nährstofflieferanten für Haut und Haar. © iStock

Die Vorteile von Naturkosmetik – den Make-up Produkten aus natürlichen Inhaltsstoffen

Naturkosmetik hat sehr viele positive Aspekte, doch sie ist auch deutlich teurer als konventionell hergestellte Produkte. Das allerdings aus gutem Grund, denn zertifizierte Naturkosmetik ist an strenge Auflagen gebunden. Auflagen, die dem Verbraucher zugutekommen. Grundsätzlich dürfen – je nach Zertifizierung – keine Chemikalien in den Produkten enthalten sein. Ob Basis, Düfte, Konservierungs- oder Bindemittel, alle Inhaltsstoffe müssen natürlich sein. Dabei ist allerdings nicht ganz ausgeschlossen, dass bei den Gewinnungsprozessen chemische Verfahren zum Einsatz kommen. Wer sich gänzlich gegen solche Produkte und Verfahren ausspricht, kann sich informieren, welche Naturprodukte vollständig natürlich sind.

Der Vorteil der natürlichen Inhaltsstoffe offenbart sich vielleicht nicht bei der ersten Benutzung, doch langfristig profierten Haut, Haar und Zellen vom Verzicht auf chemische Produkte. Mineral- und Erdöle gehören aufgrund Ihrer gesundheitsschädigenden Eigenschaften nicht auf die Haut; um Formaldehyd sollten wir aus den gleichen Gründen einen großen Bogen machen und sich mit Waschsubstanzen auf Polyethylenglykolbasis zu waschen, ist der Haut ebenfalls nicht zuträglich. Natürliche Öle, Pflanzenbutter und Pflanzenextrakte wie zum Beispiel Sheabutter bringen viele Wirkstoffe, unter anderem das hochwirksame Vitamin E (hautglättend, beugt vorzeitiger Hautalterung vor und reduziert Altersflecken sowie UV-bedingte Hautschäden), Beta Carotin und Omega-3-Fettsäuren (entzündungshemmend und durchblutungsfördernd), schon von Natur aus mit und schützen und verbessern Haut und Haar auch langfristig.

Neben den positiven Effekten für den eigenen Körper, können zertifizierte Naturkosmetika zusätzlich durch ethische Grundsätze punkten: Biologisch, teilweise vegan, zumeist ohne Tierversuche und inzwischen auch mit Fair-Trade-Logo, kann man diese Produkte ohne schlechtes Gewissen anwenden und genießen.

Farbauswahl und Haltbarkeit von Naturkosmetik

Sich für gesunde Kosmetik zu entscheiden, soll der eigenen Schönheit keinesfalls einen Abbruch tun. Und es ist nur zu verständlich, dass sich viele die Frage stellen, ob Naturkosmetik-Serien mit den konventionellen mithalten können. Gerade wenn es um das Make-up geht, stellen Sie sich sicher die Frage, ob Farben und Haltbarkeit auf der Haut vergleichbar sind. Keine Sorge: sind sie. Lange Zeit bot Naturkosmetik eher gedeckte Farbwelten an, doch auch diese Produkte haben sich weiterentwickelt. Heute können Sie unter den unterschiedlichsten Farben und Schattierungen wählen und dank hochwertiger Inhaltsstoffe, halten Make-up, Lippenstift oder Lidschatten ebenso lange auf der Haut, wie ihre konventionellen Kollegen. Auch die Haltbarkeit im Tiegel steht den herkömmlichen Produkten in nichts nach, dann in Naturkosmetik werden ebenfalls Konservierungsstoffe eingebracht – nur eben natürliche.

Naturkosmetik – so erkennen Sie, welchen Produkten Sie vertrauen können

Naturkosmetik liegt ganz im Trend und viele Anbieter möchten diesen Trend ausnutzen. Damit Sie wissen, welche Produkte nicht allein im Namen Natur oder Bio tragen, gibt es Zertifizierungen, die mit einem Siegel einhergehen.

Befinden sich die bekannten Bio-Siegel aus der Lebensmittelbranche auf den Produkten, können Sie sicher sein, dass die Bio-Standards des Produktes dem jeweiligen Siegel entsprechen. Doch es gibt auch spezielle Siegel für Naturkosmetik: Ecocert, NaTrue, BDIH, NCCO, USDA Organic, Soil Association und Demeter haben ebenfalls Standards aufgestellt, die die so zertifizierten Produkte erfüllen müssen. Weiterhin können Sie beim Kauf der Produkte auch noch nach den bekannten Siegeln für „Fair Trade“ und „Vegan“ Ausschau halten, auch hier sind strenge Richtlinien hinterlegt.

Möchten Sie sich zukünftig zur ausschließlichen Verwendung von Naturkosmetik entscheiden, können Sie sich vorab im Internet über Marken, Produkte und deren Zertifikate informieren. Häufig bieten die Hersteller auch Shoppingportale, in denen Sie in die Farbwelten eintauchen und sich inspirieren lassen können.

Fraglos ist Naturkosmetik die bessere Wahl, wenn man Wert auf die Verwendung eines chemiefreien Make-ups legt. Doch sie ist auch merkbar teurer. Der Preis erklärt sich aufgrund der Herstellungsverfahren und der Inhaltsstoffe, die teilweise, wie beispielsweise Arganöl, noch per Hand hergestellt werden. Ob der Preis Sie von der Verwendung der Naturkosmetik abschreckt, entscheiden am Ende Sie selbst. Festhalten kann man allerdings, dass Naturkosmetik eine gesündere Alternative zu den herkömmlichen Produkten bietet und dass sie zudem auch aus ethischen Gründen eine gute Kaufempfehlung ist.

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