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Irrtümer in der Kindererziehung

Meinungen über die angeblich richtige Kindererziehung gibt es wie Sand am Meer. Dennoch ziehen sich einige Erziehungsmythen wie ein roter Faden durch viele Familien. Die größten Klischees und was dahinter steckt!

29.06.2012 10:00 | 12:19 Min | © Sat.1

Einheitlicher Stil in der Kindererziehung?

Viele Eltern glauben, für die Kindererziehung sei es wichtig, dass Vater und Mutter in allen Fragen der Kindererziehung einer Meinung seien. Das stimmt keineswegs. Vielmehr ist es wichtig, dass beide Partner bei unterschiedlichen Erziehungsstilen den Stil des anderen akzeptieren und ihm nicht in den Rücken fallen. Auseinander gehen die Meinungen auch zu der Frage, ob ein regelmäßiges, gemeinsames Familienessen wichtig sei für das Familienleben. Tatsächlich ist es so, dass es heute nicht mehr viel Zeit gibt, die alle Familienmitglieder gemeinsam verbringen. Familienrituale, wie ein gemeinsames Abendessen, können daher sehr wichtig sein!

Kindererziehung: Erst Hausaufgaben, dann das Vergnügen?

Gespielt wird erst, wenn die Hausaufgaben erledigt sind? Diese Maxime findet man in der Kindererziehung häufig. Sie passt allerdings nicht zu jedem Kind. Manche Kinder sind nach der Schule so erschöpft, dass an Hausaufgaben erst einmal gar nicht zu denken ist, andere möchten ihre Hausaufgaben möglichst schnell hinter sich bringen. Auf diese individuellen Bedürfnisse sollte man in der Kindererziehung achten. Und wie steht es um diese Aussage der Kindererziehung: Schlechte Erfahrungen gehören zum Erwachsenwerden dazu! Das ist richtig. Es bringt nichts, Kinder und Jugendliche vor allen negativen Erfahrungen bewahren zu wollen. Menschen leben am besten aus ihren eigenen Erfahrungen heraus. Dabei lernen sie am meisten und loten ihre eigenen Grenzen aus. Wichtig ist vielmehr, dass Eltern am Leben ihrer Kinder teilhaben und bei schlechten Erfahrungen für sie da sind.

Fernsehen schadet der Kindererziehung?

Dieses Klischee hält sich hartnäckig: Berufstätige Mütter schaden ihren Kindern. Das ist natürlich Unsinn! Zum einen profitieren die Kinder von der Ausgeglichenheit ihrer Eltern. Zum anderen kommt es nicht bloß auf die Quantität der Zeit an, die Eltern mit ihren Kindern verbringen, sondern auf die Qualität. Streit bricht oft auch über die Frage aus, ob Fernsehen der Kindererziehung schadet. Hier kann festgehalten werden: Fernsehen im Allgemeinen ist nicht schädlich für die Kindererziehung. Wir leben heute in einer medialen Welt, eine Kindererziehung ganz ohne Medien ist eigentlich nicht mehr möglich. Der Experten-Rat: Gemeinsam mit dem Kind eine Kinderfernsehzeitschrift durchsehen und die einzelnen Sendungen besprechen.

Schimpfe gehört zur Kindererziehung?

Eine Standardsituation: Ein Geschwisterteil nimmt dem anderen etwas weg, es gibt Tränen. Die Standardreaktion vieler Eltern: Das Kind, das falsch gehandelt hat, wird ausgeschimpft. Diese Reaktion ist allerdings für die Kindererziehung nicht sehr förderlich. Grund: Die Kinder lernen, dass sie Aufmerksamkeit bekommen, wenn sie anderen etwas wegnehmen. Besser für die Kindererziehung wäre es, das Kind, dem etwas weggenommen wurde, zu trösten, das andere ein wenig zu ignorieren, ihm also Aufmerksamkeit zu entziehen. Viele Eltern beschäftigt auch diese Frage: Sollte Mithilfe im Haushalt belohnt werden? Wer möchte, dass sein Kind im Haushalt seinen Beitrag leistet, sollte auf eine Entlohnung verzichten, damit das Kind nicht nur für die Belohnung aktiv wird. Stattdessen sollten in der Kindererziehung  Aufgaben möglichst frühzeitig unter Einbeziehung der Kinderwünsche fest vergeben werden.

Lässt sich versäumte Kindererziehung nachholen?

Schaffen Kinderkrippen Problemkinder? Nein! Im Gegenteil: Vor allem im sprachlichen Bereich entwickeln sich Kinder, die eine Krippe besuchen, meist besser, weil sie in stärkerem Maße mit anderen Menschen kommunizieren müssen. Auch im sozialen Bereich lernen sie viel, etwa sich mit anderen Kindern auseinanderzusetzen und mit den Erziehern zurechtzukommen. Ein letzter Tipp für die Kindererziehung: Versäumte Kindererziehung lässt sich im Teenager-Alter nicht mehr nachholen. Verhaltensweisen die Kinder bisher nicht angenommen haben, werden sie auch jetzt missachten. Sie wurden meist schon hunderte Male von ihren Eltern darauf hingewiesen, die Ermahnung enthält also keine neue Botschaft mehr und die Wirkung verpufft. Besser ist es, in diesem Alter jenseits der Kindererziehung  elterliche Präsenz zu zeigen, das heißt, am Leben der Jugendlichen teilzuhaben und sich aufrichtig dafür zu interessieren.

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