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#Reine Familiensache

Ist der Vater arbeitslos, ist die Chance, dass der Sohn es auch wird, besonders groß. Das ergab nun eine Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Insgesamt wurden Biografien von mehr als 2000 Jugendlichen für die Untersuchung verwendet.

#Liegt Arbeitslosigkeit demnach in den Genen?

Natürlich nicht. Gründe dafür, warum Söhne arbeitsloser Väter bei der Jobsuche seltener Erfolg haben, nennen die Wissenschaftler mehrere. So würden sich Kinder oft die fehlende Motivation oder die Disziplinlosigkeit der Eltern zum Vorbild nehmen. Auch die Stigmatisierung von Arbeitslosigkeit würde den Söhnen den Eintritt in die Arbeitswelt erschweren.

#Keine Vererbung bei Ostdeutschen und Migrantenkindern

Besonders spannend ist die Erkenntnis, dass bei Familien, die in Ostdeutschland leben oder einen Migrationshintergrund haben, kein signifikanter Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit von Vätern und Söhnen herrscht. „Wir gehen davon aus, dass dort kein Milieu-Effekt zu beobachten ist, weil die Dinge noch im Umbruch sind“, zitiert die „Süddeutsche“ Stefan Müller, Leiter der Studie.

Angeber-Fact: Auch wenn die Studie bedrückend wirkt, so gibt es zumindest noch eine gute Meldung zum Schluss. Mit einer Arbeitslosenquote von 6,6 Prozent ist der aktuelle Jahresdurchschnitt so niedrig wie in den letzten zwei Jahrzehnten nicht mehr.