Ratgeber

Alles oder nichts: Gefährliche Börsenspiele mit binären Optionen

Der deutsche Markt für Finanz-Derivate ist mit dem Binäroptionshandel seit dem Jahre 2008 um eine Variante reicher. Anleger können bei dieser beliebten Optionsspielart auf den Kursanstieg oder den Kursabfall von Aktien, Währungen, Rohstoffen & Co. spekulieren – ganz nach dem Motto: Cash or Nothing. Entweder liegt man mit seiner Wette richtig und erhält einen Gewinn oder man verliert seinen gesamten Einsatz. Die Finanzaufsicht BaFin denkt laut darüber nach, den Handel mit binären Optionen stärker zu regulieren. Dabei wird auch ein generelles Verbot von Differenzgeschäften nicht ausgeschlossen, um die Verbraucher quasi vor sich selbst zu schützen.

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Cash or Nothing“ lautet die offizielle Bezeichnung der Optionsspielart, bei der es nur die Alternativen Sieg oder Niederlage gibt. Bei binären oder auch „digitalen“ Optionen gibt es in der Regel keine Abstufungen zwischen Gewinn und Verlust. Tritt ein bestimmtes Ereignis ein, wie beispielsweise der Anstieg des Dax auf eine bestimmte Marke zum Schlussstand an einem festgelegten Zeitpunkt, ist Zahltag für den Spekulanten. Schafft der deutsche Aktienindex den erhofften Sprung nicht, löst sich das Kapitel, das zum Kauf der entsprechenden Option eingesetzt wurde, in Luft auf.

Bei binären Optionen gibt es für den Anleger nur zwei Alternativen: Hop oder Top

Bei binären Optionen gibt es für den Anleger prinzipiell nur zwei Alternativen. Geht die Wette auf oder nicht? Steht der Euro am Ende des Handelstags im Verhältnis zur US-Währung über 1,37 Dollar oder nicht? Berührt der Dax im Verlauf des Monats Februar mindestens einmal die Marke von 10.000 Punkten oder bleibt er darunter hängen? Es ist gerade diese Schlichtheit der klaren Alternativen, welche die Beliebtheit dieser spekulativen Anlageform in Deutschland gefördert hat.

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Aus Sicht der BaFin verlieren Anleger einen Großteil solcher Wetten auf minimale Preisveränderungen bei Aktien, Währungen und Rostoffen, was allerdings auch bei vielen anderen spekulativen Anlageformen der Fall ist. Gerade Einsteiger stürzen sich oft unvorbereitet in das spannende Spiel ums große Geld und begehen dabei schwerwiegende Fehler. Gier und Angst spielen hier eine ebenso große Rolle wie mangelnde Risikokontrolle.

Binäre Optionen werden von der BaFin offiziell als Wetten eingestuft, was sie de facto auch sind. Seriöse Anbieter aus diesen Bereichen weisen auch regelmäßig darauf hin, dass es sich hierbei um eine Art Finanzwette mit spekulativem Charakter handelt, die nicht für die dauerhafte Kapitalanlage, für den Vermögensaufbau oder gar für die Altersvorsorge geeignet ist. Entsprechende Risikohinweise finden sich auf nahezu allen Seiten und Werbemitteln der seriösen Anbieter der Finanzbranche.

Die BaFin versucht den Anleger vor sich selbst zu schützen

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Die BaFin sieht es als ihre Aufgabe an, Verbraucher vor solchen Angeboten zu schützen, auch wenn binäre Optionen aus Sicht vieler Anlageberater und auch Anleger einen gewissen Pepp ins eigene Depot bringen. Neben der konservativen Anlage in Gold oder Wertpapiere von Daimler, SAP, Allianz oder anderen Dax-Werten kann ein umtriebiger Investor seine Performance mit solchen Instrumenten kurzfristig deutlich verbessern – vorausgesetzt, die Wette geht auf.

Man kann binäre Optionen tatsächlich mit klassischen Sportwetten vergleichen, wobei die Gewinnchance hier immerhin bei 50:50 liegt – das ist eine deutlich bessere Quote als bei den meisten Wetten auf Pferderennen, Fußballspiele etc.! Durch das konsequente Einhalten wichtiger Regeln beim Handel mit binären Optionen erhöht sich dieses Chancen-Risiko-Verhältnis sogar noch einmal deutlich.  

Ein wesentlicher Vorteil binärer Optionen liegt darin, dass immer nur das jeweils für einen Trade eingesetzte Kapital verloren gehen kann. Hier besteht im Gegensatz zu vielen anderen Finanzinstrumenten oder Derivaten eine sogenannte Nachschusspflicht! Deshalb ist der Anleger hierbei nicht dem Risiko eines Margin-Call ausgesetzt. Darüber hinaus erhält der Anleger von seriösen Anbietern bei verlorener Wette sogar noch rund 15% des eingesetzten Kapitals zurück. Man kann also niemals seinen ganzen Einsatz verlieren.

Gewinne und Verluste sind meist klar definiert und begrenzt

Die Gewinnquote einer erfolgreichen Wette ist in der Regel ebenfalls klar festgelegt und begrenzt. Bei dem in Zypern registrierten Anbieter Anyoptions beträgt der maximale Gewinn 71 Prozent des Einsatzes. Die meisten Quoten liegen sogar deutlich darunter. Die Spanne zwischen maximalen Verlust und maximalem Gewinn verdeutlicht, dass die Anleger mit ihren Spekulationen deutlich öfter richtig als falsch liegen sollten, wenn sie einen Profit aus dem Spiel mit binären Optionen schlagen wollen.

Der Anleger sollte für binäre Optionen nur Geld einsetzen, dessen Verlust er zur Not verschmerzen kann ohne vor dem Ruin zu stehen. Wer seinen Einsatz einmal bei dieser speziellen Wette auf Kurse verzockt hat, wird es sich in der Regel gut überlegen, ein weiteres Mal ein derartiges Risiko einzugehen. Umgekehrt muss damit gerechnet werden, dass der Anleger Lust auf mehr hat, wenn seine Wette erfolgreich gewesen ist und er in kurzer Zeit einen ordentlichen Gewinn gemacht hat.

Ein Vorteil dieser spekulativen Anlageform ist aus Sicht vieler Anleger in jedem Fall, dass ihr Kapital hier im Gegensatz zu vielen anderen Anlageformen nicht dauerhaft gebunden ist. Für die BaFin gilt ebenso wie für den privaten Anleger, dass man die Anbieter von binären Optionen genau unter die Lupe nehmen sollte.

Die neue Art der Finanzwette wird in Deutschland von sogenannten CFD-Brokern angeboten, deren Firmensitz sich in Deutschland befindet oder die zumindest eine deutsche Tochterfirma haben. Zu den größten Anbietern von CFDs (Contracts for Difference), die Spekulation auf Währungen, Rohstoffe oder Aktien ermöglichen, gehört das weltweit aktive Unternehmen IG Markets. Aber auch viele andere deutsche CFD- und Forex-Broker haben die binären Optionen seit einiger Zeit im Angebot.

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