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Finanzen & Recht

Mietrecht: Schutz der Privatsphäre

02.07.2012 • 10:00

Das Verhältnis zwischen Mieter und Vermieter ist nicht immer unkompliziert. Rot sehen viele Mieter, wenn der Vermieter die Privatsphäre seiner Hausbewohner ankratzt. Unter welchen Umständen darf er laut Mietrecht seine Wohnungen betreten?

Mietrecht zur Privatsphäre: Zweitschlüssel für den Vermieter?

Es gibt Vermieter, die auf den Zweitschlüssel ihrer Wohnungen bestehen. Was sagt das Mietrecht dazu? Verstößt diese Forderung gegen den Schutz der Privatsphäre? Hier ist die Lage klar: Im Mietrecht gilt das Grundrecht auf die Unverletzlichkeit der Wohnung. Jeder Mensch kennt das Gefühl, wie wichtig es ist, einen Ort zu haben, an dem man ungestört ist. Niemand hat daher das Recht, ohne die Erlaubnis des Mieters dessen Wohnung zu betreten. Der Vermieter muss die Privatsphäre schützen und darf laut Mietrecht nicht auf den Zweitschlüssel bestehen. Allerdings gibt es Situationen, in denen man froh ist, wenn jemand über einen Zweitschlüssel verfügt – etwa, wenn man sich ausgesperrt hat. Es empfiehlt sich daher, einen Zweitschlüssel an einen Freund oder Nachbarn zu geben. Noch besser ist es, den Zweitschlüssel in einem versiegelten Umschlag an den Vermieter zu geben: So ist in Notsituationen dafür gesorgt, dass stets jemand die Wohnung betreten kann, der Mieter kann zugleich sicher sein, dass seine Privatsphäre gewahrt wird. 

Mietrecht zur Privatsphäre: Besichtigung ohne Absprache

Der Zweitschlüssel ist eine Sache, wenn es um die Privatsphäre geht, eine andere ist es, wenn Vermieter glauben, es sei ihr gutes Recht, ihre vermieteten Wohnungen in regelmäßigen Abständen zu betreten. Mit dem Mietrecht ist das nicht vereinbar. Es gilt der Schutz der Privatsphäre. Selbst Handwerker oder potenzielle Nachmieter dürfen nicht ohne Wissen des Mieters in die Wohnung gelassen werden. Solche nach deutschem Mietrecht berechtigten Besuche müssen rechtzeitig angekündigt werden. Tag und Uhrzeit müssen mit dem Mieter abgesprochen werden, um die Privatsphäre nicht zu stören. Dabei muss der Vermieter laut Mietrecht auch auf Arbeitszeiten oder schlafende Kinder Rücksicht nehmen. Ausnahmen sieht das Mietrecht nur in absoluten Notfällen vor: Dringt etwa Gas aus der Wohnung, darf die Wohnungstür sogar aufgebrochen werden – Privatsphäre hin oder her.