Ratgeber

Alkoholtestgerät: Karneval auf Promillegrenze achten

08.03.2011 • 22:00

Karneval fließt vor allem eines in Strömen: Bier, Wein, Sekt und Co. Umso besser ist es, ein Alkoholtestgerät bei sich zu haben, um zu kontrollieren, ob man noch fahrtüchtig ist, oder zu bestimmen, wie viel Promille schon im Spiel sind. Doch bestehen die Geräte auch im Test?

Alkoholtestgerät: Beliebtes Gadget an Karneval

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Wenn Sie Wein zum Essen trinken möchten, hilft ein Alkoholtestgerät, um zu bestimmen, ob Sie noch fahrtüchtig sind. © Pixabay

Gerade zu Karneval ist sie überall anzutreffen: die Promillepolizei. Für wenige Euro können Feierwütige hier schauen, wie sich der Alkohol im Körper schon ausgewirkt hat. Nicht selten führt dies zu einem regelrechten Wettkampf, wer in Hinblick auf den Pegel die Nase vorn hat. Doch eigentlich ist das Alkoholtestgerät für ganz andere Zwecke konzipiert worden – nämlich um zu schauen, ob der Pustende noch fahrtüchtig ist. Ab 0,5 Promille sollte schließlich niemand mehr fahren und besser ein Taxi nach Hause nehmen – denn sonst drohen 500 Euro Strafe und ein Monat Fahrverbot.

Alkoholtestgeräte im Test

Wer an Karneval feiern gehen will, sollte das Auto zuhause lassen – so gehen Feierwütige auf Nummer sicher. Wer jedoch den Fahrer spielen muss und nicht ganz auf Alkohol verzichten möchte, sollte sich ein Alkoholtestgerät in die Tasche stecken. Bleibt die Frage: Taugen die handelsüblichen Produkte wirklich etwas?

Im Test sind ein günstiges Produkt für nur 14,95 Euro, ein Alkomat für 49,95 Euro und ein Modell für stolze 199 Euro. Optisch unterscheiden sich die Produkte kaum. Alle testen den Promillegehalt im Atem, wobei das teure Produkt für genauere Messungen ein Mundstück bereithält. In den beiden anderen Fällen wird einfach auf eine Öffnung gepustet.

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An Karneval zu viel getrunken? Dann sollte das Auto unbedingt stehen gelassen werden – Alkoholtestgerät hin oder her. © Pixabay

Für den Test haben sich zwei Probanden bereiterklärt, den Alkohol fließen zu lassen: eine Frau und ein Mann. Und schon geht‘s los. Ein Glas Weißwein mit 13 Prozent Alkohol zur Einstimmung. Laut Berechnungen dürfte die Frau bei einer Größe von 1,75 Metern und 76 Kilogramm Körpergewicht vier Gläser Wein in einer Stunde trinken, um noch fahrtüchtig zu sein. Der Mann, bei einer Größe von 1,92 Meter und 110 Kilogramm Körpergewicht soll auch nach sechs Gläsern noch hinterm Steuer Platz nehmen dürfen.

Nach dem Trinken heißt es: eine halbe Stunde warten, damit das Alkoholtestgerät nicht die Ergebnisse durch vorhandene Alkoholreste im Mundraum verfälscht. Tatsächlich hat die Frau laut professionellem Alkoholtester wie errechnet 0,52 Promille nach der Weinverkostung. Bringen es die anderen Testgeräte auf das gleiche Ergebnis? Den Anfang macht das günstige Modell. Tatsächlich liefert dieses eine sehr präzise Angabe ab: genau 0,5 Promille zeigt es an. Das zweite Modell für 50 Euro liefert hingegen einen viel zu hohen Wert ab: 0,72 Promille. Und auch das teuerste kommt an das Ergebnis vom ersten Alkoholtestgerät nicht heran. Laut ihm hat die Frau nur 0,46 Promille.

Doch wie sieht es aus, wenn mehr Alkohol im Spiel ist? Das günstige Gerät scheint von dem stärkeren Alkoholpegel irritiert zu sein und spuckt unterschiedliche Ergebnisse aus – nicht sonderlich vertrauenswürdig. Das zweite setzt wieder einige Promille oben drauf und das dritte liegt abermals unter dem eigentlichen Wert.

Alkoholtestgerät: Die Auswertung?

Das Fazit ist ernüchternd. Für den Hausgebrauch und für Spaßzwecke eignen sich die Alkoholgeräte zwar schon, ein Ergebnis, dem vertraut werden kann, liefern sie jedoch nicht. Wer also Karneval feiern gehen und auf Nummer sicher gehen will, sollte das Autofahren sein lassen – denn so praktisch das Alkoholtestgerät auch sein mag, seine Ergebnisse variieren schlichtweg zu sehr.