Oktoberfestbier: Bierverbrauch, Alkoholgehalt und Geschmack

Zum größten Volksfest der Welt machen sich die altehrwürdigen Münchner Brauereien Jahr für Jahr an ein spezielles Oktoberfestbier, das nur zur Zeit der Wiesn ausgeschenkt wird. Getreu des Münchner Reinheitsgebotes von 1487 dürfen keine anderen Zutaten als Wasser, Hopfen und Gerstenmalz verwendet werden.

Das Helle erreicht einen Alkoholgehalt von sechs Prozent und ist somit etwas stärker als normales Bier, Starkbier toppt es allerdings nicht, denn das enthält rund 6,5 Prozent Alkohol. Oktoberfestbier überzeugt mit einer feinherben und leicht malzigen Note, ist süffig und hat eher wenig Kohlensäure.

Dass es den Gästen schmeckt, zeigt sich auch am Bierverbrauch. So werden durchschnittlich etwas mehr Liter Bier getrunken als die Wiesn Besucher zählt. 2017 feierten rund 6,2 Millionen Menschen auf dem Oktoberfest und 7,5 Millionen Maß Bier wurden getrunken. Insgesamt kommen da einige Promille zusammen. Ob das 2018 noch getoppt wird?

Die Biere im Vergleich

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So viel kostet der Spaß: Top-Preis für ein Oktoberfestbier 2018 – 11,50 Euro. © Kzenon - Fotolia

Und nun noch einmal im Detail, denn ums Bier – wie um Brezn – kommt auf der Wiesn niemand herum. Was den Gerstensaft angeht, haben Sie auf dem Oktoberfest die Wahl zwischen sechs verschiedenen Sorten: Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten. Früher wurde auf dem Volksfest vor allem Märzen ausgeschenkt, ein untergäriges Vollbier, das im Frühjahr gebraut wurde und lange haltbar war. Heute ist das Oktoberfestbier heller.

Wo die Unterschiede liegen beim Oktoberfestbier? Im Alkoholgehalt, im Geschmack und in der Farbe. Goldgelb ist beispielsweise das Löwenbräu, eher bronzefarben hingegen das Fass-Bier von Hacker-Pschorr, das Augustiner überzeugt mit kräftiger Malznote, beim Paulaner sind Hopfen- und Malzanteile eher ausgeglichen. Mit 6,3 Prozent ist der Alkoholgehalt beim Hofbräu am höchsten. 0,5 Umdrehungen weniger hat die Maß Bier von Spaten.

Oktoberfest-Preise 2018: Nichts mehr unter 10 Euro

Wer im Festzelt eine Maß kaufen möchte, darf sich allerdings nicht wundern, wenn die Oktoberfest-Bedienung einen stolzen Preis dafür verlangt.

2018 wird’s sogar noch teurer. Schon seit den letzten Jahren geht unter zehn Euro nichts mehr – auch nicht in den kleinen Zelten. Spitzenreiter ist dieses Jahr die Löwenbräu-Festhalle mit 11,50 Euro – Rekord-Preis für ein Oktoberfestbier. Durchschnittlich kostet eine Maß Festbier 2018 3,57 Prozent mehr als noch im Vorjahr.

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Auch Softgetränke haben auf der Wiesn einen stolzen Preis und sind mit 8 bis fast 10 Euro fast genauso teuer wie das Oktoberfestbier. © W. Heiber Fotostudio - Fotolia

Aber der Preis für eine Maß erscheint noch günstig im Vergleich zu Weißbier. Mit stolzen 13,20 bis 15,90 pro Liter ist das Weißbier in Sachen Oktoberfestbier-Preis ungeschlagen. Tipp: Augen auf bei der Wahl der Bierzelte, denn hier können Sie mitunter mehrere Euro pro Maß sparen!

Auch die alkoholfreien Getränke wie Wasser, Limonade und Spezi sind auf der Wiesn 2018 teurer als noch 2017, eine Ausnahme bildet nur das Tafelwasser, das mit durchschnittlich 8,72 Euro einen ganzen Cent günstiger ist als letztes Jahr. Spezi kostet dieses Jahr im Schnitt 9,80 Euro, im letzten Jahr waren es noch 9,64 Euro.

Was kostet die Maß auf dem Oktoberfest 2018? Die Bierpreise aller Zelte im Überblick

Zeltbetreiber können selbst bestimmen, ob sie den Preis für eine Maß erhöhen oder nicht. So ergibt sich dieses Jahr auf dem Oktoberfest eine Preisspanne von 80 Cent zwischen dem „günstigsten“ und dem teuersten Festbier. Hier finden Sie alle Preise, der Festzelte, sortiert von günstig nach teuer:

Festzelt Preis für eine Maß 2018 Aufpreis im Vergleich zum letzten Jahr
Wirtshaus im Schichtl (Schauer)

10,70 Euro

 

-
Ammer Hühnerbraterei (Schmidbauer) 10,80 Euro -
Oide Wiesn - Museumszelt

10,80 Euro

 

0,20 Euro
Familienplatzl (Weissbiergarten) 10,90 Euro 0,30 Euro
Heimer Enten- u. Hühnerbraterei 10,90 Euro 0,20 Euro
Münchner Knödelei (Oberndorfer)

10,90 Euro

 

0,10 Euro
Zum Stiftl (Wirtsfamilie Stiftl) 10,90 Euro -
Metzgerstubn (Vinzenz Murr)

10,90 Euro

 

0,20 Euro
Heinz Wurst- und Hühnerbraterei (Heilmaier)

10,95 Euro

 

0,15 Euro
Oide Wiesn - Volkssängerzelt 10,95 Euro 0,25 Euro
Hochreiter Haxnbraterei (Hochreiter)

11,05 Euro

 

0,35 Euro
Augustiner Festhalle (Vollmer)

11,10 Euro

 

0,40 Euro
Fisch-Bäda Wiesnzelt (Lingnau)

11,10 Euro

 

0,30 Euro
Oide Wiesn - Festzelt Tradition

11,10 Euro

 

0,45 Euro
Glöckle Wirt (Hanns Werner Glöckle) 11,20 Euro 0,30 Euro
Ochsenbraterei - Spaten Festhalle

11,20 Euro

 

0,50 Euro
Oide Wiesn - Herzkasperl-Festzelt

11,20 Euro

 

0,50 Euro
Kalbsbraterei (Hochreiter) 11,30 Euro 0,50 Euro
Wildstuben (Renoldi Trudi)

11,35 Euro

 

0,50 Euro
Fischer-Vroni Festzelt (Winter OHG)

11,35 Euro

 

0,40 Euro
Armbrustschützenzelt (Inselkammer)

11,40 Euro

 

0,55 Euro
Bräurosl - Pschorr Festhalle (Familie Heide) 11,40 Euro 0,50 Euro
Hacker Festhalle (Familie Roiderer)

11,40 Euro

 

0,50 Euro
Hofbräu Festhalle (Familie Steinberg)

11,40 Euro

 

0,50 Euro
Hendlbraterei Goldener Hahn (Able)

11,40 Euro

 

0,50 Euro
Zur Bratwurst (Hochreiter)

11,40 Euro

 

0,55 Euro
Schützen-Festzelt (Familie Reinbold)

11,40 Euro

 

0,50 Euro
Schottenhamel Festhalle (Schottenhamel)

11,45 Euro

 

0,50 Euro
Paulaner-Festhalle - Winzerer Fahndl (Pongratz) 11,50 Euro 0,55 Euro
Käfers Wiesnschänke (Familie Käfer)

11,50 Euro

 

0,60 Euro
Marstall Festzelt (Familie Able) 11,50 Euro 0,60 Euro
Poschners Hühner- und Entenbraterei

11,50 Euro

 

0,60 Euro
Löwenbräu-Festhalle (Hagn und Spendler)

11,50 Euro

 

0,70 Euro

 

Übrigens: Die Münchner nehmen die Preiserhöhungen nicht immer nur murrend zur Kenntnis. In der Vergangenheit kam es auch schon zu dem ein oder anderen Aufstand. Ein Beispiel ist die „Salvator Schlacht“ im Jahr 1888, bei der ein erhöhter Bierpreis eine Massenschlägerei ausgelöst haben soll.

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